Die Fahndung beginnt

3. Februar 1998

Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz informiert die Verfassungsschutzämter des Bundes und der anderen Länder über die Untergetauchten und den Vorwurf gegen sie. Es beginnt eine Reihe von Fahndungsmaßnahmen.

5. Februar 1998

Das Thüringer Landeskriminalamt beginnt mit der Überwachung von Telefonanschlüssen der Untergetauchten sowie weiterer verdächtiger Personen. Die Aktion dauert mehrere Wochen. Doch obwohl beispielsweise Böhnhardts Handy nachweislich aktiviert war, gelingt es der Polizei nicht, ihn aufzuspüren.

11. Februar 1998

An einem Geldautomaten in Jena werden 1.800 DM von Böhnhardts Konto abgehoben - ein Indiz dafür, dass sich die Untergetauchten möglicherweise noch in der Stadt aufhalten. Ob Böhnhardt selbst oder ein Helfer das Geld abgehoben hat, kann nicht ermittelt werden.

12. Februar 1998

Der Thüringer Verfassungsschutz schlägt Alarm: Der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz sieht in der ausgehobenen Bombenwerkstatt eine neue Qualität der Gewaltbereitschaft von Rechts. Seinen Aussagen zufolge kam der Bombenlabor-Fund nicht überraschend. Man habe die Gefahr gesehen, dass ernst gemacht werde. Die Thüringer Polizei veröffentlicht einen Fahndungsaufruf. Damit wird öffentlich, dass nach Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe gesucht wird.

Mitte Februar 1998

Das Bundeskriminalamt entstendet zwei Beamte nach Erfurt, die bei der Fahndung nach den Untergetauchten helfen sollen. Sie sind unter anderem mit der Auswertung von Unterlagen beschäftigt, die in einer der durchsuchten Garagen in Jena gefunden worden waren. In den Dokumenten finden sie unter anderem Adressen und Telefonnummern von anderen Rechtsextremen. Diese Daten werden jedoch als "ohne Bedeutung" für die Ermittlungen eingeschätzt.

März 1998

Nachbarn von Beate Zschäpe in Jena informieren die Polizei darüber, dass sie den Eindruck haben, die Wohnung der vor Wochen Verschwundenen werde weiter bewohnt. Die Polizei verschafft sich Zugang und notiert: "Der Zustand lässt darauf schließen, dass die Wohnung in letzter Zeit regelmäßig aufgesucht wurde." Indizien dafür sind frische Lebensmittel im Kühlschrank. Wer in der Wohnung war, bleibt unklar.

12. Mai 1998

Das Amtsgericht Jena erlässt gegen Böhnhardt einen Vollstreckungshaftbefehl. Dieser bezieht sich auf das Urteil des Landgerichts Gera vom Dezember 1997 wegen Volksverhetzung zu einer Jugendhaftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

13. Juni 1998

Ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Gera gegen Böhnhardt wird rechtskräftig. Böhnhardt soll 1.500 DM Strafe bezahlen, weil er im April 1997 mit einer genehmigungspflichtigen Luftdruckwaffe erwischt worden war, für die er keine Erlaubnis hatte. Gegen diesen Strafbefehl hatte Böhnhardt im November 1997 Einspruch eingelegt, zu einer deshalb anberaumten Gerichtsverhandlung war er aber nicht erschienen.