NSU-Untersuchungsausschuss Ermittler verteidigt Vorgehen in Eisenach

Im NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtages hat der ehemalige Gothaer Polizeichef Michael Menzel sein Vorgehen am Tatort in Eisenach verteidigt. Menzel sagte am Donnerstag in seiner Befragung, dass er von Anfang an versucht habe, Informationen über die beiden Toten im ausgebrannten Wohnmobil zu erhalten. Er habe sich deshalb für einen täterorientierten Ermittlungsansatz entschieden und nicht für einen tatortorientierten.

Dabei mussten aus seiner Sicht vor allem Fehlerquellen ausgeschlossen werden. Dazu zählte auch das Problem, dass Anfang November die Witterung schlecht war und die Dunkelheit die Tatortarbeit im Eisenacher Stadtteil Stregda erschweren würde. Deshalb sei das Fahrzeug später abtransportiert worden. Die Feuerwehrharke habe er verwendet, um eine Waffe in dem Fahrzeug zu suchen. Deshalb sei die Harke im Brandschutt per Foto dokumentiert worden.

Mehrere Männer verladen ein teilweise mit Planen zugedecktes Wohnmobil auf einen Lkw.
Eisenach-Stregda, 4. November 2011: Das Wohnmobil von Mundlos und Böhnhardt wird verladen und abtransportiert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Menzel hatte am 4. November 2011 das Wohnmobil untersucht, in dem sich die beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach einem Banküberfall in Eisenach umgebracht hatten. Tatort-Experten des Thüringer Landeskriminalamtes hatten in ihrer Vernehmung vor dem Untersuchungsausschuss Menzel für den Abtransport des Wohnmobils kritisiert. Dadurch sei der Tatort in dem ausgebrannten Fahrzeug verändert worden - besonders vor dem Hintergrund, dass die Leichen von Mundlos und Böhnhardt noch in dem Wagen lagen. Dass Menzel den Tatort noch in Stregda betreten und mit einer Harke im Brandschutt gewühlt hatte, wurde ebenfalls von den LKA-Spezialisten kritisiert.

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2016, 20:19 Uhr