NSU-Prozess in München 415. Verhandlungstag - kurz begonnen und schon wieder ausgesetzt

Langjährige Prozessbeobachter haben es bereits befürchtet: Der Fortgang des NSU-Prozess geriet auch am Mittwoch ins Stocken. Das Gericht muss sich wieder einmal mit einem Befangenheitsantrag auseinandersetzen.

Der NSU-Prozess in München wird erst in sieben Tagen fortgesetzt. Der Prozess wurde nach kurzem Auftakt am Mittwoch, den 415.ten Verhandlungstag wieder ausgesetzt. Grund ist ein erneuter Befangenheitsantrag der Verteidiger von Ralf Wohlleben gegen alle Richter des Senats. Das Gericht hatte am Dienstag ihren Antrag zurückgewiesen, erneut in die Beweisaufnahme einzutreten. Nach dem Willen der Anwälte sollte ein neuer Zeuge gehört werden. Dieser Mann hatte Anfang März 2017 im Untersuchungsausschuss zum NSU-Komplex im Landtag Baden-Württemberg erklärt, drei Waffen an einen Thüringer Neonazi in Rudolstadt geliefert zu haben, darunter eine Ceska.

Die Bundesanwaltschaft wirft dagegen Ralf Wohlleben vor, Auftraggeber für die Waffenbeschaffung in der Schweiz gewesen zu sein. Eine Ceska war bei den Morden an neun türkisch- und griechischstämmigen Menschen verwendet worden. Ursprünglich sollte bereits am Dienstag mit den Plädoyers der Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe begonnen werden. Für Zschäpe hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft gefordert, für Ralf Wohlleben zwölf Jahre.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. März 2018 | 15:00 Uhr

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