NSU-Prozess in München Zschäpe bricht ihr Schweigen

Beate Zschäpe hat sich im NSU-Prozess erstmals mündlich geäußert. Die Hauptangeklagte verlas am Donnerstagvormittag eine kurze Stellungnahme im Verfahren vor dem Oberlandesgericht München. Zschäpe erklärte darin, sich von Mitte bis Ende der 90er-Jahre mit nationalsozialistischem Gedankengut identifiziert zu haben. Danach seien solche Gedanken aber zunehmend unwichtiger für sie geworden. Heute hege sie sie gar nicht mehr, sagte sie. Weiter sagte Zschäpe, sie verurteile, was Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ihren Opfern und deren Familien angetan hätten. Sie verurteile aber auch ihr eigenes Fehlverhalten.

Zschäpe will von Morden nichts gewusst haben

Es war das erste Mal, dass Zschäpe im Prozess öffentlich mehr als nur "Ja" oder "Nein" sagte. Vor ihrer Stellungnahme hatte Zschäpes Verteidiger, Hermann Borchert, weitere Antworten seiner Mandantin auf Fragen des Gerichts verlesen. Zschäpe blieb darin bei ihren bisherigen Einlassungen, dass sie von den von Mundlos und Böhnhardt begangenen Morden immer erst im Nachhinein erfahren habe und auch ansonsten in die Planungen und Straftaten nicht eingebunden war. Zur Frage, wie der NSU seine Opfer auswählte, könne sie keine Angaben machen.

Beweisaufnahme vor dem Ende

Die Antworten und die mündliche Stellungnahme Zschäpes kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Gericht kurz vor dem Ende der Beweisaufnahme steht. Zschäpe ist unter anderem wegen Mittäterschaft an allen zehn Morden angeklagt, die dem NSU zur Last gelegt werden.