NSU-Prozess Gericht verhandelt über ersten Mord

Im NSU-Prozess in München hat die Beweisaufnahme zum Mord dem Nürnberger Blumenhändler, Enver Simsek, vom 9. September 2000 begonnen. Es war der erste Mord, der dem rechtem Terrortrio angelastet wird.

Zwei Polizeibeamte schilderten die Tat

13 Jahre nach der Tat schilderten zwei Polizisten, wie sie damals ihre Ermittlungen zu dem Mord in Nürnburg geführt hatten. Simsek war in seinem Transporter vor seinem Blumenladen erschossen worden. Der 38-Jährige starb zwei Tage später im Krankenhaus.

Dem NSU-Trio werden insgesamt zehn Morde vorgeworfen. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ist in allen Fällen als Mittäterin angeklagt. Die Morde sollen die inzwischen toten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos begangen haben.

Auch Handwerker wird befragt

Die einzige Tat, die Zschäpe selbst begangen haben soll, ist Brandstiftung. Sie soll nach dem Selbstmord ihrer beiden mutmaßlichen Komplizen den Unterschlupf des Trios in Zwickau angezündet haben. Dazu soll heute die Vernehmung eines Handwerkers beendet werden, der in der Nähe war, als die Wohnung explodierte.

Gericht legt Termine bis Ende 2014 fest

Der Prozess soll nach neusten Planung mindestens bis Ende 2014 andauern. Das Oberlandesgericht legte bis Ende kommenden Jahres die Verhandlungstermine fest. Bislang waren Termine bis Anfang des Jahres geplant gewesen.

Nach Angaben des Gerichtes kostet jeder Prozesstag 100.000 Euro. Hinzu kommen laut Polizei 30.000 Euro für den Gefangenentransport und den Einsatz von Sicherheitsbeamten.