NSU-Prozess Zschäpes Mutter verweigert Aussage

Ohne Aussage wieder nach Hause: Die Mutter der Hauptangeklagten im NSU-Prozess am Oberlandesgericht München, Annerose Zschäpe, hat am Mittwoch vor Gericht die Aussage verweigert. Sie berief sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht als Familienmitglied der Angeklagten Beate Zschäpe. Außerdem widersprach sie der Verwendung von Protokollen ihrer Vernehmung durch das Bundeskriminalamt im November 2011 vor Gericht. Der Auftritt der Mutter war mit Spannung erwartet worden, weil er das erste öffentliche Aufeinandertreffen von Mutter und Tochter war. Beate Zschäpe gab sich während des wenige Minuten dauernden Auftritts ihrer Mutter betont kühl und abweisend.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter gilt als schwierig. In Vernehmungsprotokollen ist von einem Zerwürfnis zwischen den beiden Frauen die Rede. Zschäpes Vater hatte sich nie um sein Kind gekümmert. Ihre Eltern hatten sich bei einem Studienaufenthalt der Mutter in Rumänien kennengelernt. Beate Zschäpe verbrachte einen Teil ihrer Kindheit bei ihren Großeltern mütterlicherseits.

Zuvor hatte ein Cousin von Beate Zschäpe ausgesagt. Der 39-Jährige Stefan A. sagte über seine Cousine und sich, sie seien damals "schon rechts gerichtet" gewesen - "gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles". Irgendwann sei der Kontakt zu Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt aber abgebrochen. "Uwe Mundlos war mit meiner Lebenshaltung nicht einverstanden, ich habe getrunken und Party gemacht - er hat mich als Asi bezeichnet." Mundlos habe damals keinen Alkohol mehr getrunken und sich in politische Aktionen "reingesteigert". Mit seiner Cousine habe er sich aber nicht über Politik unterhalten, so der Verwandte.