NSU-Prozess Zschäpe weiß offenbar nichts zum Fall Peggy

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat nach eigener Aussage keine Kenntnisse über einen möglichen Zusammenhang des NSU-Trios und dem Fall Peggy. Das ließ sie am Donnerstag im NSU-Prozess in München von ihrem Anwalt Hermann Borchert erklären. Zschäpe war unter anderem gefragt worden, ob sie über Erkenntnisse im Fall Peggy verfüge, die sich nicht aus den Medien habe. Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess ließ darauf mit "Nein" antworten.

Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl wollte auch wissen, wie kinderpornografische Bilder auf Zschäpes Computer gelangt waren. Zschäpe ließ verlesen, dass sie erst durch Akteneinsicht im Prozess erfahren habe, dass Bilder von Kindern und Jugendlichen auf dem Computer waren. Sie glaube, dass sie von einer gebrauchten Festplatte stammen, die Uwe Mundlos gekauft habe.

Die damals neunjährige Peggy war 2001 verschwunden. Ihre Leiche wurde im vergangenen Sommer gefunden. Am Fundort wurde auch die DNA des Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt festgestellt, mit dem Zschäpe rund 13 Jahre im Untergrund lebte. Die Ermittler halten es mittlerweile allerdings für sehr gut möglich, dass es keinen tatsächlichen Zusammenhang gibt, sondern dass Böhnhardts DNA durch einen Fehler der Spurensicherung an den Fundort der Leiche von Peggy gelangte.

Zschäpe hatte fast 14 Jahre mit Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund gelebt. Während dieser Zeit sollen die beiden Männer zehn Morde aus überwiegend rassistischen Motiven verübt haben. Zschäpe ist im NSU-Prozess wegen Mittäterschaft angeklagt.

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2016, 13:51 Uhr