Bundesweite NSU-Fahndung BKA sucht nach weiteren Unterstützern

Es sind merkwürdige Bilder: Sie zeigen die drei mutmaßlichen rechtsextremen Terroristen lachend am Ostseestrand beim Camping. Sie tragen Freizeitkleidung, Sonnenbrille, Kopftuch und sehen aus ... wie ganz normale Urlauber. Viele werden die drei an der Ostsee oder anderswo getroffen haben, ohne auch nur das Geringste zu ahnen. Die Ermittler des BKA erhoffen sich nun möglichst breite Informationen, um ihr Bild der Nazi-Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund zu komplettieren.

Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe während eines Campingurlaubs.
Bildrechte: BKA

Das Bundeskriminalamt hat mit neuen Fotos des Zwickauer Terror-Trios eine neue bundesweite Fahndung gestartet. Es handelt sich dabei um Urlaubsfotos aus den Jahren 2004 und 2009. Die drei mutmaßlichen Terroristen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe waren damals mit einem Wohnwagen auf der Ostseeinsel Fehmarn unterwegs. Der ARD-Terrorexperte Joachim Hagen sagte bei MDR INFO, mit den Fotos wolle das BKA wieder mehr Aufmerksamkeit auf den Fall lenken. Tatsächlich habe man bereits viele Informationen über die verschiedenen Morde und die Banküberfälle. Nun gehe es darum, die Hintergründe besser aufzuklären. Wann und wo habe sich das Trio aufgehalten? Habe man nur an der Ostsee Urlaub gemacht?

Hatte man in Glauchau ein Ausweichquartier?

So wisse man, dass die drei öfter von Zwickau nach Glauchau geradelt seien. Möglich sei, dass es dort ein Ausweichquartier gab. Eventuell habe das Terror-Trio dort aber auch weitere Unterstützer gehabt. Hagen zufolge, gebe es neue Hinweise und neue Spekulationen, wo das Trio eventuell noch zugeschlagen haben könnte. Darauf solle nun der Fokus gelegt werden. Hilfreiche Hinweise erhofft sich das BKA auch zu den Mountainbikes, mit denen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ihre Banküberfälle verübt haben. Diese Bilder wurden ebenfalls im Internet veröffentlicht.