Explodierte Doppelhaushälfte Haus der Zwickauer Terrorzelle wird abgetragen

In Zwickau wird seit Mittwoch das Haus abgerissen, in dem die mutmaßlichen Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zuletzt gewohnt hatten. Wie Stadtsprecher Mathias Merz mitteilte, hat eine Spezialfirma damit begonnen, den Dachstuhl der vor zweieinhalb Wochen explodierten Doppelhaushälfte im Zwickauer Stadtteil Weißenborn abzutragen. Das Erdgeschoss solle stehen bleiben und demnächst wieder aufgestockt werden."Unser Wunsch wäre gewesen, dass das Haus komplett abgerissen wird", sagte Merz. Das Haus sei jedoch im Besitz eines Privateigentümers.

BKA überwacht Abriss

Ein Bagger vor einem, durch eine Explosion, zerstörten Haus in Zwickau
Teile des Hauses, in dem das rechtsextreme Terrortrio aus Thüringen in Zwickau untergetaucht war, werden abgerissen. Bildrechte: ddp

Die drei Neonazis hatten von 2008 bis 2011 in dem Haus als Untermieter gelebt. Mieter der Wohnung ist nach bisherigen Erkenntnissen ein Mann aus Johanngeorgenstadt. Am 4. November war die Doppelhaushälfte explodiert. Den Sprengsatz hat offenbar Beate Zschäpe gelegt, um Beweise zu vernichten. Die 36-Jährige hat sich aber bisher noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie sitzt wegen des dringenden Tatverdachts der Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Untersuchungshaft.

In den Trümmern des Hauses hatte die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Waffen sowie ein Bekennervideo zu der Mordserie an mehreren ausländischen Gastwirten und einer aus Thüringen stammenden Polizistin gefunden. Die Morde sollen die beiden Männer ausgeführt haben. Sie wurden am selben Tag der Explosion tot in einem Wohnwagen in Eisenach gefunden. Die Abrissarbeiten in Zwickau werden vom Bundeskriminalamt überwacht.