NSU-Prozess Gutachten: Schweigen belastet Zschäpe

Das anhaltende Schweigen im NSU-Prozess fällt der Hauptangeklagten Beate Zschäpe immer schwerer. Das besagt ein Gutachten des Münchner Gerichtspsychiaters Norbert Nedopil. Zu Beginn des Prozesses vor zwei Jahren habe sie gedacht, sie halte das Schweigen durch, heißt es nach bekanntgewordenen Aussagen von Prozessbeteiligten in dem Gutachten. Mittlerweile belaste das Schweigen die 40-Jährige aber zunehmend.

Der Psychiater hatte für das Gericht ein schriftliches Gutachten über sein Gespräch mit Zschäpe verfasst, das die Prozessbeteiligten in der Geschäftsstelle des Münchner Oberlandesgerichts einsehen durften. Aus diesem Kreis drang es an die Öffentlichkeit. Unter anderem habe sich Zschäpe auch wenig schmeichelhaft über ihr bisheriges Anwälte-Trio ausgelassen. Im vergangenen Sommer hatte sie sogar einmal den Versuch entnommen, sich von ihnen zu trennen, was das Gericht aber ablehnte.
Zudem soll Zschäpe wohl Probleme mit ihren Anwälten haben. Aus einem internen Vermerk des Bundeskriminalamtes geht hervor, dass sie in einem abgehörten Telefonat mit ihrer Mutter einen vierten Anwalt erwähnt habe.