Polizeivernehmung Eltern sollen lange Kontakt zu Terror-Trio gehabt haben

Die Eltern eines der mutmaßlichen Neonazi-Terroristen hatten mehrmals Kontakt zu dem untergetauchten Trio. Nach Informationen des Magazins "Focus" sagten die Eltern von Uwe Böhnhardt bei der Polizei aus, dass sie zwischen 1998 und 2002 enge Verbindungen zu ihrem flüchtigen Sohn sowie zu Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gehabt hätten. Neben Telefonaten habe es auch Treffen gegeben. Zu Einzelheiten wollen sich die Eltern aber nicht äußern, da sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machten. Unklar sei deshalb auch, ob die Eltern von den möglichen Straftaten gewusst haben.

Der Vater von Uwe Mundlos erhob in dem Magazin Vorwürfe gegen die Thüringer Sicherheitsbehörden. Der Wissenschaftler vermutet, dass das Trio nur durch "professionelle" Unterstützung durch Sicherheitsbehörden zu "einer radikalen Mörderbande" werden konnte. Der Vater ist überzeugt, dass der auslösende Sprengstoff-Fund in einer Garage in Jena 1998 "inszeniert wurde". So habe der Verfassungsschutz das Trio in den Untergrund treiben wollen und als Informanten "in die 'Blood & Honour'-Bewegung einschleusen".

Die Mutter von Beate Zschäpe beschrieb dem "Focus" zufolge in der Polizeivernehmung ihre Tochter als "liebes, nettes Mädchen". Erst der Kontakt zu Rechtsradikalen habe sie verändert. Zschäpes Mutter beschrieb Böhnhardt und Mundlos als "ordentlich". Sie hätten kaum Alkohol getrunken und ihre Springerstiefel immer geputzt.

Sie tranken kaum Alkohol und achteten darauf, dass ihre Springerstiefel immer geputzt sind.

Die Mutter der mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe in einer Vernehmung (zitiert aus "Focus-Online", 30.03.2012)

Akten kommen nur langsam von Sachsen nach Thüringen

Unterdessen wurde bekannt, dass sich die Arbeit der Thüringer "Schäfer-Kommission" verzögert. Wie die "Thüringer Allgemeine" berichtet, geben die sächsischen Sicherheitsbehörden nur langsam Akten an die Thüringer Aufklärer weiter. Als Grund wurde genannt, dass das sächsische Innenministerium die Dokumente noch selbst auswertet. Daher werde wohl auch der Bericht der von Thüringen eingesetzten Kommission um den ehemaligen Bundesrichter Gerhard Schäfer nicht mehr im April fertig.