Protest gegen Rechtsextremismus Zwickau wehrt sich gegen braunes Image

Die Stadt Zwickau fürchtet nach dem Auffliegen der mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle um ihren Ruf. Mit einer Mahnwache vor dem Rathaus haben deshalb rund 100 Bürger am Montagabend der Opfer rechter Gewalt gedacht und einen Appell für Demokratie gestartet. Aufgerufen dazu hatten Sachsens Grüne sowie die Stadt und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Südwestsachen. Der Grünen-Landesvorsitzende Volkmar Zschocke forderte, entschlossen gegen Rassismus vorzugehen. "Es erschüttert uns, dass mitten unter uns in Sachsen eine rechtsextreme Terrorgruppe lebte und von hier aus ungehindert eine Serie regelrechter Hinrichtungen überall in Deutschland verüben konnte."

DGB: Zwickau hat nichts mit Terrorzelle zu tun

Am Freitag ist eine weitere Protestaktion geplant, auf dem Georgenplatz findet dann der sogenannte Zwickauer Appell statt. Die Vorsitzende des DGB Südwestsachsen, Sabine Zimmermann, erklärte, die Zwickauer seien fassungslos und schockiert, dass das rechte Mordtrio scheinbar unbemerkt inmitten der Stadt gelebt hat. Sie hoffe auf die Teilnahme von mehreren Tausend Teilnehmern. "Die ganze Region ist gefordert, deutlich zu machen, dass wir einen solchen braunen Sumpf hier nicht haben wollen", sagte Zimmermann. Die NPD habe ihre Kraft zunehmend in die Region Südwestsachsen verlagert, nachdem es in Leipzig und Dresden für die Rechtsextremen immer schwerer werde, Fuß zu fassen. So habe es erst vor wenigen Tagen eine NPD-Kundgebung in Plauen gegeben, in Chemnitz hat die rechtsextreme Partei am Freitag ein "Bildungszentrum" eröffnet. "Wir wollen mahnen: Schaut Euch alle um, was in Eurer Nachbarschaft passiert", erklärte Zimmermann. Der Appell solle auch deutlich machen, dass die Terrorzelle nichts mit den Zwickauern zu tun habe.