Zwickauer Terrorgruppe Behörden stellen "illegalen Pass" aus

Die sächsischen Meldebehörden haben für mindestens ein Mitglied der Zwickauer Terrorzelle einen Pass auf falschen Namen ausgestellt. Das haben Recherchen des MDR ergeben. Dabei war den Mitarbeitern der Meldestelle offenbar nicht aufgefallen, dass bei der Beantragung ein gefälschter Personalausweis vorgelegt wurde. Sie stellten auf den falschen Namen ein gültiges Reisedokument aus.

Woher kam der gefälschte Personalausweis?

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wird das Dokument als "legaler illegaler" Pass bezeichnet, weil es sich um einen echten Pass aus der Bundesdruckerei handelt, der aber mit einem gefälschtem Foto und einer gefälschten Unterschrift ausgestattet ist. Wie "MDR aktuell" berichtet, wurde der entsprechende Passantrag bereits gefunden. Wieso den Beamten die Fälschung nicht auffiel, ist nicht bekannt. Ebenfalls nicht geklärt ist, woher die Zwickauer Terrorgruppe den gefälschten Personalausweis bekommen konnte. Eigentlich gelten deutsche  Personalausweise als fälschungssicher. Eines der Sicherheitsmerkmale sind die holographischen Elemente.

Das Landeskriminalamt Sachsen bestätigte auf MDR-Anfrage den Vorgang, wollte sich aus ermittlungstechnischen Gründen aber nicht weiter zu dem Fall äußern. Man teilte lediglich mit, dass der Sachverhalt im Rahmen des Ermittlungsverfahrens um die rechtsextremistische Terrorzelle geprüft werde. Zuständig dafür ist seit kanpp zwei Wochen das Bundeskriminalamt.