Zwickauer Terror-Trio Zeitung: NPD-Mitglied unter Helferverdacht

Einem Zeitungsbericht zufolge steht ein hohes NPD-Mitglied weiterhin im Verdacht, die Zwickauer Terror-Zelle unterstützt zu haben. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schreibt unter Berufung auf Sicherheitskreise, es handle sich um Patrick W., der als "Bundesorganisationsleiter" im Präsidium der rechtsextremen Partei sitze. Der Eisenacher solle einen Tag vor dem letzten Banküberfall von Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt die einzige Überlebende des Trios, Beate Zschäpe, beherbergt haben. Polizeihunde hätten bei dessen Wohnung angeschlagen, schreibt die FAS. W. bestreitet die Vorwürfe.  

FAS: Ehemaliger NPD-Funktionär hatte bis zuletzt Kontakt

Zudem berichtet die Zeitung weiter, der als mutmaßlicher Helfer der Terror-Gruppe inhaftierte Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben solle noch bis vor kurzem engen Kontakt zu den untergetauchten Rechtsextremisten gehabt haben. "Er war bis zuletzt nah an den Dreien dran", zitiert die Zeitung aus Sicherheitskreisen. Bislang hieß es lediglich, Wohlleben solle 2001 oder 2002 eine Waffe besorgt haben, die der ebenfalls inhaftierte Holger G. nach Zwickau zu Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe gebracht haben soll. Um welche es sich dabei handelt, ist nicht bekannt. Insgesamt hatten die Ermittler in der Hinterlassenschaft des Trios 19 Waffen sichergestellt.

BKA bei Ermittlungen zu Mordwaffe offenbar weitergekommen

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ist das Bundeskriminalamt bei den Ermittlungen zur Mordwaffe ebenfalls einen Schritt weiter gekommen. Demnach sei die verwendete Ceska 83 in den 90er-Jahren in der Schweiz von einem Waffenliebhaber gekauft worden. Der Mann sei inzwischen verstorben. Die Frau des Mannes stamme aus Thüringen und habe dort Verwandte. Die Ermittler prüften jetzt, ob die Waffe zur Hinterlassenschaft des Toten gehört habe und an wen sie weitergegeben worden sei. Dass die Ceska aus der Schweiz kommt, steht allerdings schon seit Jahren fest. Der "Tages-Anzeiger" aus Zürich hatte bereits im November berichtet, das BKA habe 2008 die Schweizer Behörden um Unterstützung bei der Suche nach der Waffe gebeten.

"Spiegel": Zahl der Beschuldigten steigt auf sieben

Der "Spiegel" berichtet unterdessen, die Zahl der Beschuldigten aus dem Umfeld der Terror-Zelle habe sich auf sieben erhöht. Die Bundesanwaltschaft beschuldige nun auch Mandy S. und Matthias D. aus Sachsen. Nach Erkenntnissen des BKA habe Mandy S. das Trio nach deren Untertauchen 1998 für mehrere Monate in der Wohnung ihres damaligen Freundes in Chemnitz einquartiert. Die Frau habe die Vorwürfe in einer polizeilichen Vernehmung mittlerweile eingeräumt. Matthias D. soll laut "Spiegel"-Bericht den Neonazis 2003 und 2008 jeweils eine Wohnung in Zwickau untervermietet haben. Nach Angaben seines Anwalts sei D. jedoch nicht über die wahre Identität seiner Untermieter informiert gewesen. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft nannte am Sonnabend keine genaue Zahlen: Insgesamt werde gegen rund ein Dutzend Personen ermittelt.