Zwickau Zschäpe offenbar schon 2007 von Polizei vernommen

Der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe ist es nach einem "Spiegel"-Bericht vor vier Jahren offenbar gelungen, der sächsischen Polizei zu entkommen. Sie sei von der Polizeidirektion Südwestsachsen in Zwickau wegen eines Wasserschadens einbestellt, aber nicht als Beate Zschäpe erkannt worden. Das Nachrichtenmagazin beruft sich als Informationsquelle auf Ermittler, benennt sie aber nicht näher.

Polizei stand offenbar vor Versteck

Laut Medienbericht waren die sächsischen Polizisten auf unverhoffte Weise auf das Versteck der NSU-Terrorzelle in Zwickau gestoßen, weil in der Etage über der konspirativen Wohnung ein Wasserschaden gemeldet worden war. Als die Polizei klingelte, um sich über das Ausmaß des Schadens zu erkundigen, habe eine Frau geöffnet. Es soll Beate Zschäpe gewesen sein, die sich als "Susann E." ausgab. Sie habe den Beamten den Zutritt zur Wohnung mit der Begründung verweigert, sie sei nur da, um die Katze zu versorgen. Die Polizisten hätten sie daraufhin aufs Revier bestellt.

Zschäpe gab sich als "Susann E." aus

Laut Medienbericht wurde die Frau am 10. Januar 2007 vernommen. Die Frau habe sich dabei in Widersprüche verstrickt, ob sie nun in der Wohnung wohne oder nicht. Sie habe sich erneut als "Susann E." ausgegeben. Ob die Beamten ihren Ausweis verlangten, berichtet der "Spiegel" nicht. Unter Berufung auf Ermittler heißt es, dass die Unterschrift vom Vernehmungsprotokoll deutlich von der Unterschrift der wirklich real existierenden "Susann E." abweiche. Die Telefonnummer, die die vernommene Frau angegeben hätte, habe einem Handy zugeordnet werden können, das einstmals Beate Zschäpe gehörte.

Nach Zschäpe war zum Zeitpunkt der Vernehmung wegen Bombenbaus mit Fahnungsplakaten gesucht worden. Im April 2007 – drei Monate nach dem Verhör  - wurde die aus Thüringen stammende Polizistin Michele Kiesewetter getötet und ihr Kollege schwer verletzt. Auch diese Tat soll auf das Konto der Terrorzelle gehen.

Zschäpe stellte sich im November 2011 der Polizei und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die beiden anderen zur Terrorzelle gehörenden mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich am 4. November 2011 selbst getötet.