Rechte Terrorzelle Kein NVA-Sprengstoff genutzt

Die Zwickauer Terrorzelle hat bei Anschlägen keinen Sprengstoff der DDR-Armee benutzt. Das teilte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen mit. Medienberichte, die eine Verbindung zwischen einem Sprengstoffdiebstahl in Thüringen und den Anschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) herstellten, wurden "nach hiesiger Kenntnis als unzutreffend" bezeichnet. Welchen Sprengstoff die Täter stattdessen benutzten, sagte die Regierung nicht.

1990 waren aus einem damaligen NVA-Depot bei Kahla rund 40 Kilogramm TNT gestohlen worden. Ein Großteil der Beute war 1996 in einem Wald entdeckt worden. 1998 wurden vier Männer für den Diebstahl verurteilt. Sie gaben an, den restlichen Sprengstoff in einem Wald zu Versuchszwecken verbraucht zu haben. Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung der Täter gab es nicht.

Den aus Thüringen stammenden Rechtsextremisten der Zwickauer Zelle werden neben mehreren Morden auch zwei Nagelbomben-Anschläge in Köln 2001 und 2004 vorgeworfen. Bei den Anschlägen waren 22 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Insgesamt sollen die Rechtsterroristen zehn Morde begannen haben.