Rechtsterrorismus Polizei in Gotha hatte Terror-Helfer früh im Visier

Der Kriminalpolizei in Gotha waren schon kurz nach dem Bankraub in Eisenach am 4. November 2011 drei der bislang fünf festgenommenen Unterstützer des rechtsextremistischen Terrortrios aus Jena bekannt. Das geht aus einem dem MDR THÜRINGEN nun vorliegenden vertraulichen Bericht des Bundeskriminalamts hervor. Hintergrund sind Ermittlungen einer Gothaer Sonderkommission vom November 2011, die dem BKA übermittelt worden waren.

Demnach hatte die Polizei in Gotha innerhalb weniger Tage die drei mutmaßlichen Unterstützer Holger G., André E. und Matthias D. ausfindig gemacht. Bereits am 5. November soll Holger G. an seiner Arbeitsstelle bei Hannover für kurze Zeit festgenommen worden sein, um am 13. November schließlich vom BKA verhaftet zu werden. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Dem Bericht zufolge hatte die Sonderkommission 20 Konten überprüft, Telefone abgehört und Personen befragt, bis die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernahm.

Weiter hieß es, die Sonderkommission habe bereits am 9. November im thüringischen Oberweißbach erste Untersuchungen zum Mord an der aus Oberweißbach stammenden Polizistin Michèlle Kiesewetter aufgenommen. Es sei jedoch "kein Bezug der Personen Mundlos, Böhnhardt oder Zschäpe" zu Oberweißbach oder zu dem Mordopfer festgestellt worden.

Aus dem Ermittlungsbericht geht auch hervor, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt einen dritten Banküberfall in Thüringen geplant haben könnten. In ihrem am 4. November in Eisenach ausgebrannten Wohnmobil wurden neben Skizzen von Banken auch Stadtpläne von Arnstadt, Eisenach und Altenburg gefunden.

Feuerwehrleute und Polizisten stehen 2011 in Eisenach vor einem qualmenden Wohnmobil.
4. November 2011: Am Morgen überfallen zwei maskierte Männer im Norden von Eisenach eine Sparkasse und flüchten zu Fuß. Die Polizei erhält allerdings Hinweise, wonach ein weißes Wohnmobil bei dem Überfall eine Rolle gespielt haben könnte. Gegen Mittag wird eine Streife im Eisenacher Ortsteil Stregda auf einen Wohnwagen aufmerksam. Als sich die Beamten nähern, hören sie zwei Schüsse, dann brennt der Wohnwagen. Später werden die Leichen von Mundlos und Böhnhardt gefunden. Bildrechte: dpa