Geheimdienst-Analyse 2004 Jenaer Trio als ungefährlich eingestuft

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat in einer geheimen Analyse die Gefahr der Zwickauer Terrorzelle unterschätzt. Die Berliner "tageszeitung" berichtet, in der Verschlusssache aus dem Jahr 2004 sei der Geheimdienst zu dem Ergebnis gekommen, dass sich in den Jahren nach dem Untertauchen des Jenaer Trios "keine Anhaltspunkte für weitere militante Aktivitäten der Flüchtigen ergeben" hätten. Es gebe auch "keine wirkungsvolle Unterstützerszene" für Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) bereits fünf Menschen ermordet.

NSU bereits 2002 in Neonazi-Zeitschrift erwähnt

Inzwischen wird die bislang erste bekannte öffentliche Erwähnung des NSU auf das Jahr 2002 datiert. Nach Angaben des "antifaschistischen pressearchivs und bildungszentrums berlin" wurde in dem Neonazi-Magazin "Der weiße Wolf" im Jahr 2002 der NSU erstmals erwähnt. In der Zeitschrift, die Verbindungen zu einem NPD-Landtagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern haben soll, hieß es in einem Vorwort: "Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen ;- ) Der Kampf geht weiter..." Was die Neonazi-Szene über den NSU tatsächlich wusste, ist allerdings unklar.