Rechtsextremes Terror-Trio Ermittlungen zu NSU: Rose zweifelt an Aufklärungswillen

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma befürchtet bei den Ermittlungen gegen das rechtsextreme Terror-Trio mangelnde Aufklärungsbestrebungen der zuständigen Behörden. Der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose, sagte am Freitag in Erfurt: "Ich habe große Sorge, dass der Aufklärungswille für uns und für andere Menschen in diesem Land nicht die Deutlichkeit zeigt, die man sich wünscht." Die bisherigen Erkenntnisse stimmten nicht gerade hoffnungsvoll, dass der angerichtete Schaden für den Rechtsstaat wieder gutgemacht werden könne. Bisher seien keine Konsequenzen für die Verantwortlichen wegen der Ermittlungspannen erkennbar.

Rose eröffnete am Freitag im Alten Heizhaus in Erfurt eine vom Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma gestaltete Ausstellung über den nationalsozialistischen Völkermord an der Volksgruppe. "Bei uns gibt es keine Familie, die nicht den Verlust von Angehörigen im Nationalsozialismus zu beklagen hatte", sagte er. Dass der Rassenhass nicht mit Kriegsende verschwunden sei, habe nicht zuletzt die Mordserie der Thüringer Neonazis gezeigt. Den aus Jena stammenden Rechtsextremen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe wird vorgeworfen, als Vereinigung namens "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) neun Männer türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin ermordet zu haben.

Die Ausstellung über den Völkermord an den Sinti und Roma stellt Biografien von Angehörigen der Volksgruppe vor, die während des "Dritten Reiches" aus rassistischen Motiven ermordet wurden. Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger sagte, die Schau habe gerade nach den Morden des NSU eine neue Brisanz und Aktualität erfahren. In Europa sei kaum eine Minderheit so von Rassismus und Diskriminierung betroffen wie die Sinti und Roma.