Zwickauer Trio Neue Spur im Mordfall Kiesewetter?

Im Mordfall an einer aus Thüringen stammenden Polizistin in Heilbronn gibt es neue Spekulationen über die Hintergründe. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung prüfen Ermittler Spuren zu einer Rassisten-Organisation. Offenbar schließt das baden-württembergische Landeskriminalamt nicht aus, dass der deutsche Ableger des amerikanischen Ku-Klux-Klan in den Fall verwickelt ist.

Die aus Thüringen stammende Polizistin Michèle Kiesewetter war vor fünf Jahren in Heilbronn erschossen worden. Als Täter gelten die Thüringer Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Sie könnten vorher Informationen über die Dienstzeiten Kiesewetters von einem Vorgesetzten bekommen haben, der seinerzeit Mitglied in der Rassisten-Organisation gewesen sein soll.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte MDR THÜRINGEN, dass es keine Anhaltspunkt für eine neue Spur in dem Mordfall gebe. Nach derzeitigem Stand seien außer Böhnhardt und Mundlos keine weiteren Personen in den Mord an der Thüringer Polizistin verwickelt. Nach MDR-Informationen sind Fahnder der Ku-Klux-Klan-Spur zwar nachgegangen, haben aber keine Anhaltspunkte dafür gefunden.

Warum musste Michèle Kiesewetter sterben?

Die aus Oberweißbach stammende Polizistin war am 25. April 2007 am Heilbronner Festgelände Theresienwiese aus nächster Nähe mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet worden. Sie hatte zusammen mit ihrem Kollegen vom Dienstwagen aus den Festplatz, auf dem das Maifest aufgebaut wurde, beobachtet. Ihr Streifenkollege überlebte mehrere Schüsse in den Kopf. Bei dem Überfall wurden die beiden Heckler&Koch-Dienstwaffen der Polizisten, drei Magazine sowie die Handschellen entwendet. Ende 2011 wurden die Waffen im ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In dem Wohnmobil hatten sich die mutmaßlichen Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 umgebracht. Das Motiv für den Polizistenmord und die Hintergründe der Tat sind bis heute ungeklärt.