Zwickauer Trio Haftbedingungen für Wohlleben verschärft

Die Bundesanwaltschaft hat schärfere Haftbedingungen für den mutmaßlichen Unterstützer des rechtsextremen Terror-Trios NSU und früheren NPD-Funktionär Ralf Wohlleben angeordnet. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, sagte am Mittwoch, wegen der "Umgehung der Postkontrolle" durch Wohlleben müsse künftig jeder Kontakt mit Mitgefangenen im Einzelfall genehmigt werden. Wohlleben sitzt wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung seit Monaten in der Justizvollzugsanstalt Tonna in Untersuchungshaft.

Einem Bericht der Zeitung "Thüringer Allgemeine" zufolge wurde die Zelle von Wohlleben am 7. September durchsucht, nachdem es Hinweise auf mögliche Kontaktaufnahmen in die rechtsextreme Szene gegeben habe. Diese Hinweise hätten sich aus der Telefonüberwachung von Neonazis durch das Landeskriminalamt ergeben. Wie die Zeitung weiter berichtet, hat Wohllebens Anwältin den Vorgang bestätigt. Sie habe Beschwerde gegen diese Verschärfung der Haftbedingungen eingelegt.

Wohlleben wird verdächtigt, die mutmaßlichen rechtsextremen Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe nach deren Untertauchen unterstützt zu haben. Unter anderem soll er dem Trio eine Schusswaffe beschafft haben. Das hatten andere mutmaßliche Unterstützer des Trios ausgesagt.

Spekulationen über V-Mann bei der NPD

Spekulationen gab es am Mittwoch auch darüber, ob Wohlleben als V-Mann für die Sicherheitsbehörden gearbeitet hat. Ausgelöst wurden diese durch eine Mitteilung des Bundesinnenministeriums vom Dienstagabend, dass es Hinweise auf einen bislang nicht bekannten V-Mann des Verfassungsschutzes in der NPD gebe. Diesen Hinweis soll laut "Spiegel online" ein ehemaliger Mitarbeiter des Ministeriums gegeben haben. Dieser will sich erinnert haben, vor einigen Jahren im Zusammenhang mit V-Leuten bei der rechtsextremen Partei auch Wohllebens Namen gehört oder gelesen zu haben. Wohllebens Anwältin Nicole Schneiders erklärte am Mittwoch, ihr Mandant sei zu keiner Zeit V-Mann der Sicherheitsbehörden gewesen. Der Thüringer Verfassungsschutz erklärte ebenfalls am Mittwoch, Wohlleben sei kein V-Mann der Behörde gewesen. Wohlleben war von 2002 bis 2010 stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Thüringen.