Vor dem Prozess Anwälte: Zschäpe wird weiter schweigen

Die Anwälte der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe haben einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach ihre Mandantin vor Gericht aussagen will.

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm, Zschäpe werde weder in der anstehenden Hauptverhandlung in München noch im Vorfeld Erklärungen zur Sache abgeben. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, Zschäpe habe ursprünglich noch vor der Anklageerhebung aussagen wollen. Die Zeitung bezog sich auf ein ihr vorliegendes, zwölf Seiten langes Gesprächsprotokoll des Bundeskriminalamtes. Danach habe die 37-Jährige während eines Gefangenentransportes gegenüber BKA-Beamten erklärt, sie habe sich im November vergangenen Jahres gestellt, um auszusagen. Weil ihre Anwälte ihr abgeraten hätten, erwäge sie, die Verteidiger zu wechseln.

Anwälte: Zschäpe hat Vertrauen zu uns

Die Verteidiger erklärten, Zschäpe würde mit ihnen "vertrauensvoll zusammenarbeiten". Der Vermerk, auf den sich die "Bild"-Zeitung beziehe, sei ihnen als Anwälten seit langem bekannt. Er beinhalte zwar eine grobe Zusammenfassung eines Gesprächs zwischen BKA-Beamten und Zschäpe. Dabei habe diese aber "keine Äußerungen zur Sache abgegeben". Zudem habe das Gespräch vor Monaten stattgefunden. Zschäpe war im Juni 2012 kurzzeitig von ihrem Haftort Köln-Ossendorf nach Gera verlegt worden, damit sie von ihrer Mutter und ihrer Großmutter besucht werden konnte.

Die Bundesanwaltschaft hat Zschäpe wegen Mittäterschaft bei zehn Morden und 15 Raubüberfällen, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie besonders schwerer Brandstiftung mit versuchtem Mord in drei Fällen angeklagt.