NSU-Ermittlungen Offenbar neue Indizien gegen Zschäpe

Gegen die mutmaßliche Nazi-Terroristin Beate Zschäpe gibt es offenbar neue Indizien. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" haben Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft herausgefunden, dass Zschäpe möglicherweise in die Taten des Jenaer NSU-Trios eingeweiht war.

Fahndungsfoto der Polizei
Kannte Beate Zschäpe Datum, Ort und Uhrzeit der letzten Banküberfälle? Bildrechte: Polizeidirektion Suedwestsachsen/dapd

Als Hinweis gilt die Tatsache, dass Zschäpe unmittelbar nach den letzten beiden Banküberfällen ihrer Komplizen Böhnhardt und Mundlos im Internet nach Polizeimeldungen von den Überfallsorten suchte. Dies habe die Auswertung eines Computers aus dem NSU-Versteck in Zwickau ergeben. Die beiden NSU-Terroristen hatten 2011 Sparkassenfilialen in Arnstadt und Eisenach ausgeraubt, ehe sie von der Polizei gestellt wurden und Selbstmord verübten. Die Ermittler werten die Funde als Anhaltspunkte dafür, dass Zschäpe über Datum, Ort und Uhrzeit der Taten informiert war.

Zschäpe steht zur Zeit als Hauptangeklagte vor dem Oberlandesgericht München. Ihr wird vorgeworfen, gemeinsam mit Böhnhardt und Mundlos die terroristische Vereinigung NSU gegründet zu haben und an mehreren Morden und weiteren Straftaten beteiligt gewesen zu sein.