Nach Vorwurf des Mordversuchs Ermittlungsverfahren gegen Zschäpe endgültig eingestellt

Das Ermittlungsverfahren gegen die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe wegen des Verdachts eines versuchten Mordes im Jahr 1996 in Erfurt ist nun auch von der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft eingestellt worden. Wie Sprecher Hans-Otto Niedhammer MDR THÜRINGEN sagte, sehen die Generalstaatsanwälte keinen Ansatz, den Verdacht gegen Zschäpe wegen gemeinschaftlich begangenen Mordversuchs erhärten zu können. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte damit eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft Erfurt, die Ende Juli ihre Ermittlungen eingestellt und die Beschwerde eines Berliner Filmemachers dagegen zurückgewiesen hatte.

Der Filmemacher und sein Bruder hatten ausgesagt, vor fast 17 Jahren am Erfurter Bahnhof vom späteren NSU-Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt angegriffen und verfolgt worden zu sein. Dabei sei auf sie geschossen worden. Der Vorfall ist von einem weiteren Zeugen bestätigt worden.

Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft bezweifelt den Vorfall nicht. Niedhammer sagte, es sei aber kein sicherer Hinweis dafür gefunden worden, dass Zschäpe an der Verfolgung direkt beteiligt war und Schüsse gebilligt hatte. Außerdem ließe sich nicht mehr nachweisen, ob damals scharfe Munition verwendet worden sei.

Mit der Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft bleibt den Betroffenen noch das Klageerzwingungsverfahren. Darüber hätte das Thüringer Oberlandesgericht zu entscheiden. In einer ersten Stellungnahme sagte der betroffene Filmemacher, er sei entsetzt und enttäuscht über die Entscheidung der Thüringer Staatsanwälte. Es bleibe die Frage, ob wirklich alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft worden seien.