Verstöße gegen die Berufsordnung Missachtete Corona-Regeln: Ärztekammer ermittelt gegen Mediziner

Vor Patienten gegen Masken wettern, Atteste fälschen, den Sinn von Impfungen abstreiten: 22 Thüringer Ärzte sollen sich über Corona-Regeln hinweggesetzt haben. Die Thüringer Ärztekammer ermittelt.

Hausarzt Sprechzimmer
Ein Arzt schreibt etwas auf. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Westend61

Die Thüringer Landesärztekammer geht gegen weitere Mediziner vor, die die Corona-Regeln missachten. Wie eine Sprecherin MDR THÜRINGEN sagte, liegen der Kammer inzwischen Hinweise zu 22 Ärzten vor. Gegen zwei von ihnen seien konkrete berufsrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Ein Fall sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden – wegen des Ausstellens mutmaßlich falscher Maskenatteste. Von den weiteren Fällen seien acht Verfahren eingestellt worden, zwölf liefen noch. 

Eine gewissenhafte Ausübung des Berufs erfordert insbesondere die notwendige fachliche Qualifikation und die Beachtung des anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse.

§2 (3) der Berufsordnung der Landesärztekammer Thüringen vom 21. Oktober 1998

Bei den Verfahren werde geprüft, ob die Ärzte mit ihrem Handeln gegen ihr Berufsrecht verstießen. Grundsätzlich haben Ärzte ein Recht auf Meinungsfreiheit. Sie sind aber auch zur "gewissenhaften Berufsausübung auf Basis ihrer fachlichen Qualifikation nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft" verpflichtet. 

Bundesweit sorgen Corona-Kritiker unter Medizinern für Schlagzeilen. In Sachsen hat sich die Lage nach Angaben eines Sprechers der Landesärztekammer mit dem harten Lockdown "etwas entspannt". Die Kammer gehe zurzeit rund 50 Hinweisen nach. Bei offensichtlichen Verstößen etwa gegen die Maskenpflicht würden die regionalen Gesundheitsämter die Arztpraxen kontrollieren. Dabei seien Bußgelder gegen Ärzte verhängt worden. Einige Verfahren würden außerdem von der Approbationsbehörde geprüft. In zwei Fällen ermittle inzwischen die Staatsanwaltschaft. Dabei gehe es um mutmaßlich falsch ausgestellte Impfausweise sowie um den Verdacht der Volksverhetzung

Ein Sprecher der Ärztekammer Sachsen-Anhalt bestätigte rund zehn Fälle, die zurzeit berufsrechtlich geprüft würden. Dabei gehe es vor allem um den Umgang mit der Maskenpflicht. In einem Fall sei die Approbation vorübergehend entzogen worden

Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. Januar 2021 | 08:30 Uhr

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