Oskar Helmerich
Numerisch ist er das Zünglein an der Waage für die rot-rot-grüne Landtagsmehrheit: Oskar Helmerich, Ex-AfD- und inzwischen SPD-Abgeordneter. Bildrechte: IMAGO

Bestechungsverdacht Thüringer AfD wirft SPD Korruption vor

Der Vorwurf wiegt schwer: Laut einem Bericht soll Ex-SPD-Chef Bausewein dem abtrünnigen AfD-Abgeordneten Helmerich 2016 ein Jobangebot gemacht haben, wenn er zur SPD wechselt. Helmerich dementiert. Bausewein will juristisch gegen die Vorwürfe vorgehen.

Oskar Helmerich
Numerisch ist er das Zünglein an der Waage für die rot-rot-grüne Landtagsmehrheit: Oskar Helmerich, Ex-AfD- und inzwischen SPD-Abgeordneter. Bildrechte: IMAGO

Die Thüringer AfD-Landtagsfraktion wirft der früheren SPD-Landesspitze Korruption vor. Hintergrund ist ein Beitrag der Zeitung "Freies Wort". Demnach sollen führende SPD-Mitglieder dem früheren AfD-Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich 2016 einen Job in der Landesverwaltung angeboten haben sollen, falls er in die SPD eintritt.

Konkret sollen ihm laut "Freiem Wort" der damalige SPD-Chef Andreas Bausewein und der frühere Innenminister Holger Poppenhäger einen gut bezahlten Referatsleiter-Posten in Aussicht gestellt haben. Im Gegenzug sollte Helmerich bis zum Ende der Legislatur die rot-rot-grüne Landesregierung stützen. Helmerich sagte MDR THÜRINGEN am Mittwochabend, es habe keine solche Absprache gegeben. Er überlege noch, ob er sich für ein Landtagsmandat für die SPD bewerbe.

Stefan Möller von der AfD-Fraktion sagte, es gebe den Verdacht, dass die knappe rot-rot-grüne Mehrheit im Landtag auf Käuflichkeit gegründet worden sei. Die AfD kündigte an, in den nächsten Tagen Strafanzeige zu stellen. Helmerich hatte in Thüringen zuletzt Schlagzeilen gemacht, weil er den umstrittenen Autor und SPD-Politiker Thilo Sarrazin zu einer Lesung nach Erfurt eingeladen hatte.

Ex-SPD-Landeschef Andreas Bausewein will sich juristisch gegen die Korruptionsvorwürfe wehren. Bausewein sagte MDR THÜRINGEN, er habe dem ehemaligen AfD-Mitglied Oskar Helmerich bei seinem Wechsel zur SPD 2016 nie einen Job angeboten. Um gegen die Vorwürfe vorzugehen, werde er einen Anwalt einschalten. Er sei damals SPD-Landeschef gewesen, sagte Bausewein. Als solcher könne er aber keine Referatsleiterposten in Landesministerien vergeben. Zuvor hatte bereits Helmerich die Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen.

Anmerkung d. Redaktion: In einer früheren Version des Beitrags hieß es, laut AfD solle Bausewein dem abtrünnigen AfD-Abgeordneten Helmerich ein Job-Angebot gemacht haben. Dabei bezog die AfD sich bei ihren Vorwürfen auf einen Beitrag des "Freien Wortes". Wir haben den Fehler korrigiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 22. Mai 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2019, 07:24 Uhr

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28 Kommentare

24.05.2019 14:14 Wittmann 28

@Steuerzahler zum Zweiten:
und was Herrn Poppenhäger betrifft: Tatsächlich hatte der Mann als Beamter eine Rückkehr-Option, das ist halt so und auch eine Voraussetzung dafür dass sich Leute finden, die als Politiker auch mal einen Zeitvertrag (um nichts anderes handelt es sich ja) übernehmen. Damit die Parteien es mit ihrem Einfluss nicht zu dolle treiben, dafür braucht es allerdings eine kritische Öffentlichkeit.

24.05.2019 13:53 Wittmann 27

@Steuerzahler
Für Sie immer noch "!Herr Wittmann..." - aber Spaß beiseite. Ich bin davon überzeugt, dass ein Oberbürgermeister auch ganz schön viele Möglichkeiten hat. Nur geht es im Journalismus eben nicht nur um Möglichkeiten usw, sondern auch um Belege. Die sollten schon da sein, sonst bleibt alles nur eine schöne Runkeley, wie man so sagt.

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