Wintersport Abfahrtsski-Saison im Thüringer Wald auf der Kippe

Wegen der Corona-Einschränkungen steht die alpine Skisaison im Thüringer Wald auf der Kippe. Langlauf soll dagegen möglich sein - genug Naturschnee vorausgesetzt.

Wegen der Corona-Einschränkungen bis zum Jahresende steht die alpine Skisaison im Thüringer Wald auf der Kippe. Die Betreiber der größeren Liftanlagen fürchten nach einer Umfrage von MDR THÜRINGEN das finanzielle Risiko einer Kunstschneeproduktion. Schon kommende Woche würden sinkende Temperaturen einen Betrieb der Schneekanonen zulassen.

Die Liftbetreiber stecken in der Zwickmühle: Nur mit Naturschnee würden ihre Pisten nach Angaben des Regionalverbunds Thüringer Wald womöglich nicht genügend bedeckt sein. Werfen die Betreiber die Schneekanonen an und dürften dann die Lifte gar nicht oder nur für wenige Wochen öffnen, könnten sie die Stromrechnung für den Betrieb der Beschneiungsanlagen nicht wieder hereinholen.

Saisonstart in Skiarena Silbersattel verschoben

In der Skiarena Silbersattel in Steinach ist der für Mitte Dezember geplante Saisonstart verschoben. Betreiber Axel Müller sagte, auch das Weihnachtsgeschäft falle wegen der Corona-Regeln flach. Mindestens 30.000 Euro würde ihn die Beschneiung der Piste kosten. Eine Möglichkeit wäre es, an kalten Tagen Kunstschnee zu produzieren und ihn in Depots zu lagern, so Müller. Wenn es die Corona-Regeln zulassen, könnte die Skisaison so schnell beginnen. Allerdings ist das eine Wette, die am Ende krachend daneben gehen könnte. Die finanziellen Folgen wären existenzgefährdend.

Hang und Skilift in Heubach
Hang und Skilift in Heubach Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Skiarea Heubach: Betreiber hat sich noch nicht entschieden

Auch in der Skiarea Heubach im Kreis Hildburghausen ist die Ungewissheit groß. Betreiber Denis Wagner sagte, er nehme sich noch ein paar Tage Bedenkzeit. Ob er die Schneekanonen laufen lässt, würde auch darauf ankommen, ob es für Skiliftbetreiber Corona-Hilfen gibt. Ohne finanzielle Unterstützung sei der Betreib in diesem Winter kaum zu stemmen. Fraglich ist auch, ob wichtige Einnahmequellen wie die Gastronomie am Skilift oder die Skischule betrieben werden können.

Kein künstlicher Schnee in Schmiedefeld und Oberhof

In Schmiedefeld am Rennsteig wird es in diesem Winter keine künstliche Beschneiung geben. Darauf hatten sich die Beteiligten zusammen mit der Suhler Stadtverwaltung unabhängig von den Corona-Regeln geeinigt. Die Kosten seien zu hoch, deswegen muss die Winterwelt in Schmiedefeld mit Naturschnee auskommen, wenn der Lift geöffnet werden darf.

Ähnlich sieht es momentan noch am Fallbachhang in Oberhof aus. Nach Angaben des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum laufen hier noch die Arbeiten an einer Schallschutzwand der neuen Beschneiungsanlage. Deswegen ist das neue System ohnehin noch nicht einsatzbereit.

Loipen sollen gespurt werden

Skilanglauf wird im Thüringer Wald dagegen möglich sein - wenn der Winter für genügend Schnee sorgt: Nach Angaben des Regionalverbunds sollen die Loipen auch im Corona-Winter gespurt werden. Allerdings könnten regionale Ausgangsbeschränkungen dem Langlauf entgegenstehen - wie etwa im Landkreis Hildburghausen, wo die eigene Wohnung oder das eigene Wohngrundstück bis 13. Dezember nur aus einem triftigen Grund verlassen werden darf.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 26.11.2020 19:00Uhr 04:47 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. November 2020 | 06:00 Uhr

5 Kommentare

lobo56 vor 8 Wochen

Eine gute Entscheidung !
Diese künstlichen Beschneiungen sind ein Beitrag zur Verschärfung des Klimawandels (Bau, Energieverbrauch usw), der wiederum wärmere , schneearme Winter zur Folge hat.

Jaroslav Skalicky vor 8 Wochen

Na da werden die entsprechenden lokalen Verantwortlichen in Schmiedefeld aber aufatmen! Wieder drumrum gekommen - und dieses Jahr müssen nicht mal Inversion, plötzliche Wasseradern oder verschmutzte Filter herhalten. Ruhe herrscht „am Berg“ - Corona sei Dank!

Matthi vor 8 Wochen

Es ist für alle die vom Tourismus leben ein schwierige Situation aber seit Jahren gibt es immer weniger Schnee in Thüringen das wird sich durch Klimawandel nicht ändern. Es müssen langfristig Konzepte gemacht werden für Urlauber die nicht Skifahren.

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