Statistik für Thüringen Zahl der Arbeitslosen sinkt im Juni erneut leicht

Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen ist im Juni leicht gesunken. Laut Arbeitsagentur gab es rund 56.700 Arbeitslose, das waren knapp 1.300 weniger als im Mai. Im Vergleich zum Juni 2018 waren es etwa 2.300 weniger. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 5,1 Prozent zurück. Im Vormonat war sie - wie schon im April - noch bei 5,2 Prozent verharrt. Grundsätzlich bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften auf einem hohen Niveau, wie die Landesarbeitsagentur mitteilte. Arbeitgeber hatten demnach 800 freie Stellen mehr als noch im Mai gemeldet.

Etwas weniger Langzeitarbeitslose

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
Etwa ein Drittel der Thüringer Arbeitslosen ist länger als ein Jahr ohne Job. Insgesamt ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Jahresvergleich zurück. Bildrechte: dpa

"Eine positive Entwicklung sehen wir bei den Langzeitarbeitslosen, deren Zahl stetig sinkt", teilte der Chef der Arbeitsagenturen in Thüringen, Kay Senius, mit. In Thüringen haben etwa 18.200 Arbeitslose länger als ein Jahr keinen Job - das entspricht mehr als 32 Prozent der Arbeitslosen im Freistaat. Die Langzeitarbeitslosigkeit ging laut Senius im Jahresvergleich deutlicher zurück als die Arbeitslosigkeit insgesamt. "Gründe dafür sind demografische Trends, ein stabiler Arbeitsmarkt, aber auch arbeitsmarktpolitische Instrumente wie das Anfang des Jahres eingeführte Teilhabechancengesetz. Rund 1.000 frühere Langzeitarbeitslose haben jetzt durch die Instrumente des neuen Gesetzes einen sozialversicherungspflichtigen Job bekommen", sagte Senius. Zugenommen hat dagegen die Zahl der Bezieher von Arbeislosengeld I: Bei ihnen gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 1.400 auf rund 21.400. Diese Entwicklung könne auf eine konjunkturelle Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt hindeuten, wie Agenturchef Senius mitteilte.

Unterbeschäftigung in Thüringen: Quote bei 7,3 Prozent

In der Quote zur Unterbeschäftigung werden auch die Menschen erfasst, die beispielsweise Ein-Euro-Jobs haben, in Weiterbildungen oder vorübergehend arbeitsunfähig sind. Sie gelten offiziell nicht als arbeitslos, haben aber keinen regulären Job. Die Zahl der Thüringer in Unterbeschäftigung lag im Juni 2019 bei rund 82.600. Das waren 1.100 weniger als im Vormonat und 2.600 weniger als im Juni 2018. Die Unterbeschäftigungsquote liegt unverändert bei 7,3 Prozent.

Arbeitsministerin: "Behaupten unseren Spitzenplatz"

Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) sieht in den Zahlen einen Beleg für einen stabilen Arbeitsmarkt im Freistaat. Dieser gebe trotz der aktuell bundesweiten Konjunkturschwäche nicht nach. "Wir behaupten unseren Spitzenplatz unter den ostdeutschen Bundesländern und einen guten Platz sieben im bundesweiten Vergleich", teilte sie mit. Bundesweit lag die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,9 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 01. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2019, 09:55 Uhr

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5 Kommentare

02.07.2019 03:20 part 5

Die Rezession ist langsam angekommen in der Überproduktionsgesellschaft weltweit, auch Kapitalismus in zyklischen Krisen genannt, verschärft durch Wirtschaftskriege. Nur Billiglohn- Areas profitieren natürlich ein wenig davon, oder bei der Berücksichtigung bei steigender Zahl von älteren Bedürftigen außerhalb der Zählweise. Das erinnert mich irgendwie an die Gebietszugewinne einiger Armeen im letzten WK.

01.07.2019 22:05 martin 4

Ich frage mich bei welcher Fraktion der "Sprung in der Platte" größer ist. Nein, ehrlich gesagt: Nicht mehr. Nach meiner Wahrnehmung haben die Leugner eindeutig den Vogel abgeschossen.

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