Arbeitsmarkt in Thüringen Trotz Corona-Krise nur leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl

70.600 Frauen und Männer in Thüringen waren im Juni ohne Job - und damit nur minimal mehr als im Mai. Dennoch bleibt die Corona-Krise präsent.

Trotz Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen nur minimal angestiegen. Nach Angaben der Landesarbeitsagentur waren im Juni 70.600 Frauen und Männer ohne Job. Das waren knapp 100 mehr als im Mai. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 6,3 Prozent.

Laut Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens, zeichnet sich eine gewisse Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie ab. Dennoch bleibe die Krise präsent. Behrens spricht von einer "Phase des vorsichtigen Abwartens".

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Trotz des enormen Einsatzes der Kurzarbeit ist im Zuge der Corona-Krise auch die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik und auch in Thüringen zwischen März und Mai 2020 angestiegen. Allerdings spiegelt dies nicht den gesamten durch die Corona-Krise bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit wider, da es im Frühjahr normalerweise zu einem saisonalen Rückgang der Arbeitslosigkeit kommt. Um diesem Umstand gerecht zu werden, hat die Bundesagentur ein einfaches Verfahren vorgeschlagen, bei dem angenommen wird, dass die Entwicklung im Vorjahr den Normalfall abbildet. Nach dieser Methode errechnet sich der krisenbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit zwischen März und Mai 2020, indem man von dieser Veränderung zunächst die Veränderung im entsprechenden Vorjahreszeitraum abzieht. Anschließend muss ein statistischer Sondereffekt berücksichtigt werden. Addiert man diesen Sondereffekt, ergibt sich der hier angegebene Corona-bedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit ("Corona-Effekt").

Auch im Bereich Kurzarbeit entspannte sich die Lage im Juni. Den Angaben zufolge ging die Zahl der neu angezeigten Kurzarbeit deutlich zurück. Insgesamt waren 500 neue Anzeigen im Juni eingegangen.

Seit Beginn der Pandemie im März hatten sich bis Juni 15.600 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Besonders betroffen war die für Thüringen wichtige Automobilindustrie.

Unterbeschäftigung steigt nur noch leicht

Auch im Bereich der sogenannten Unterbeschäftigung hat sich die Corona-Krise weiter ausgewirkt. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Juni 2020 bei 90.300. Das waren 100 mehr als im Mai und 8.100 mehr als im Vorjahresmonat. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Juni unverändert bei 8,0 Prozent.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus innehaben und damit nicht als arbeitslos zu zählen sind.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Juli 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Normalo vor 15 Wochen

Die Lieblingskommentarspalte der wütenden Mitbürger noch völlig weiß? Was ist los? Ich freue mich immer auf den ersten des Monats, denn dann wird bewiesen dass alles ganz schrecklich ist. Los, bitte macht uns die Freude 😅

Eulenspiegel vor 15 Wochen

Hallo Normlo
Die wütenden Mitbürger sind wohl einfach zu frustriert. Die Ergebnisse sind wohl zu positiv. Das können die einfach nicht verkraften.

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