Arbeitsmarkt in Thüringen Arbeitslosigkeit leicht gestiegen - Corona-Folgen lassen nach

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt weiterhin im Griff - wenn auch weniger stark als noch im April. Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen stieg im Mai um 3.000 auf 70.500 an.

Ein Kunde geht durch die Tür eines Jobcenters.
In den Sommermonaten rechnet die Arbeitsagentur neben den Folgen der Corona-Krise mit "saisontypischen Abschwungeffekten" auf dem Arbeitsmarkt. Bildrechte: dpa

Die Corona-Pandemie hat sich im Mai weniger stark auf den Thüringer Arbeitsmarkt ausgewirkt als im April. Nach Angaben der Landesarbeitsagentur stieg die Zahl der Jobsuchenden im Mai um 3.000 auf 70.500 an. Im April waren es mit 7.000 noch mehr als doppelt so viele.

Die Arbeitslosenquote stieg im Mai um 0,3 Punkte auf 6,3 Prozent. Rückläufig waren hingegen die Anzeigen auf Kurzarbeit. Während im März und April noch 24.400 Anzeigen eingingen, waren es im Mai 1.500.

Vor allem Zeitarbeiter betroffen

5.500 Menschen meldeten sich im Mai aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos - 1.800 weniger als im Vormonat. Die meisten von ihnen kamen aus der Zeitarbeit, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe, den wirtschaftlichen Dienstleistungen und dem Handel. Aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Gastgewerbe meldeten sich im Mai in Thüringen 400 Menschen arbeitslos.

Unterbeschäftigung steigt

Auch in der Unterbeschäftigung macht sich die Corona-Krise weiter bemerkbar: Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Mai 2020 bei 90.200 - 1.900 mehr als im April und 6.700 mehr als im Mai 2019. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Mai bei 8,0 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus wie kurzfristige Arbeitsunfähigkeit innehaben und damit nicht als arbeitslos zählen.

Keine Verbesserung im Sommer erwartet

Laut Arbeitsagentur ist es trotz des geringeren Anstiegs der Arbeitslosenzahlen noch zu früh, um Entwarnung zu geben. Der Arbeitsmarkt sei wegen der Corona-Krise noch immer nur begrenzt aufnahmefähig.

Mit Blick auf die Sommermonate müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessere, sagte Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen Markus Behrens.

Die Thüringer Wirtschaft geht nicht von einer schnellen Erholung nach der Corona-Krise aus. Der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) sieht den Arbeitsmarkt stark durch die Corona-Krise geprägt. Gleichzeitig gebe es erste positive Anzeichen. Entscheidend sei, dass die Wirtschaft mit dem geplanten Konjunkturpaket wieder angekurbelt werde.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. Juni 2020 | 19:00 Uhr

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