Kay Senius während eines Gesprächs
Die Arbeitslosenzahlen in Thüringen sind im Februar leicht zurückgegangen. Bildrechte: MDR/Karina Hessland-Wissel

Arbeitsmarkt Arbeitslosenzahlen in Thüringen im Februar gesunken

Die Arbeitslosenzahlen in Thüringen sind im Februar leicht zurückgegangen. Gründe für die Entwicklung sind laut Landesarbeitsagentur die steigende Nachfrage nach neuen Mitarbeitern und die derzeit stabile Konjunktur. Insgesamt sind 30 Prozent der Arbeitslosen in Thüringen bereits länger als zwölf Monate auf der Suche nach Arbeit.

Kay Senius während eines Gesprächs
Die Arbeitslosenzahlen in Thüringen sind im Februar leicht zurückgegangen. Bildrechte: MDR/Karina Hessland-Wissel

Nach Angaben der Arbeitsagentur am Freitag waren rund 65.000 Frauen und Männer ohne Job. Das waren knapp 1.000 weniger als im Januar und 5.200 weniger als im Februar vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote lag, wie im Vormonat, bei 5,8 Prozent. Im aktuellen Quotenranking der Länder liegt Thüringen damit weiter an der Spitze der ostdeutschen Bundesländer.

Fachkräftemangel größtes Risiko

Kay Senius, Chef der Arbeitsagenturen in Thüringen, sprach von einem Übergangsmodus zwischen Winter und Frühjahr. Gründe für den saisontypischen Rückgang der Arbeitslosenzahlen sind laut Senius unter anderem die jahreszeitlich bedingt steigende Nachfrage nach neuen Mitarbeitern und die derzeit stabile Konjunktur. Risiken wie der Brexit hinterließen noch keine Spuren.

Das größere Risiko für das Land bleibe der Fachkräfte-Engpass, so Senius. Weil es an Nachwuchs fehle, müssten mehr Auszubildende und Beschäftigte aus dem Ausland angeworben werden. Jugendliche sollten darüber hinaus wissen, dass eine Ausbildung im Unternehmen ebenfalls attraktive Karrierechancen eröffnet.

19.500 Frauen und Männer waren im Februar länger als ein Jahr ohne Job und galten damit als Langzeitarbeitslos. Das sind 2.700 weniger als im Februar 2018. Insgesamt sind 30 Prozent aller Arbeitslosen im Land länger als ein Jahr auf Jobsuche.

Mittel- und Westthüringen

In Mittel- und Westthüringen sind die Arbeitslosenzahlen im Februar leicht zurückgegangen. Knapp 24.200 Menschen ohne Job wurden laut Landesarbeitsagentur registriert, fast 160 weniger als im Januar. Gegen den landesweiten Trend stieg die Quote in Erfurt allerdings an - um 0,2 Punkte auf jetzt 6,2 Prozent. Die meisten Arbeitslosen in Mittel- und Westthüringen hat die Stadt Eisenach, die wenigsten der Wartburgkreis.

Nordthüringen

Im Norden des Freistaats ist im Februar die Zahl der Arbeitslosen auch gesunken. Die Landesarbeitsagentur verzeichnet dort knapp 13.300 Menschen ohne Job. Das sind 350 weniger als im Januar. Besonders deutlich sank die Quote im Kyffhäuserkreis - um 0,3 Punkte auf 8,9 Prozent. Dennoch bleibt der Kreis das Schlusslicht in ganz Thüringen. Im Eichsfeld liegt die Quote dagegen nur bei 4,4 Prozent.

Südthüringen

Nach Angaben der Landesarbeitsagentur wurden in der Stadt Suhl und den Kreisen Sonneberg, Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen insgesamt knapp 6.500 Menschen ohne Job erfasst. Das sind 250 weniger als im Januar. Überall sanken die Quoten um 0,2 Prozentpunkte. Die wenigsten Arbeitslosen im Februar gab es im Kreis Hildburghausen. Dort sind 3,7 Prozent der Menschen als arbeitlslos gemeldet. Die meisten Arbeitslosen werden in Suhl mit 5,3 Prozent registriert.

Ostthüringen

Auch im Osten Thüringens hat sich im Februar die Zahl der Arbeitslosen verringert. Laut Landesarbeitsagentur wurden rund 21.100 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind etwa 230 weniger als im Januar. Die Stadt Gera und das Altenburger Land haben in der Region mit achteinhalb bzw. acht Prozent die höchsten Arbeitslosenquoten. Die niedrigste hat der Saale-Holzland-Kreis mit 4,7 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. März 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2019, 13:51 Uhr

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12 Kommentare

03.03.2019 10:57 Sebastian 12

@Andreas: Also wenn Sie jetzt die nicht-sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hinzurechnen, dann müssen wir aber die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von etwa 33,3 Millionen zu Grunde legen. Und die Unterbeschäftigten können Sie nicht zu den Beschäftigten addieren, da es keine Beschäftigten sind. Das ergibt dann selbst unter Einbeziehung der Selbstständigen und Beamten sogar ein Defizit von 16,1 Millionen. Und von den 1,4 Millionen Selbstständigen haben sich viele aus der Not heraus in die Selbstständigkeit begeben, sind aber mehr arbeitslos als alles andere und würden gerne auf den Arbeitsmarkt zurückkehren. Und von den Beamten ist eigentlich auch der Anteil abzuziehen, der mehr oder weniger nur für die Verwaltung der offiziellen und versteckten Arbeitslosen zuständig ist, denn den Anteil bräuchte man ohne die Arbeitslosigkeit nicht. Sie sehen, es wird nicht besser.

03.03.2019 07:27 Andreas 11

@Sebastian: Nun Erika hat eben nicht recht. Es wurde zum einen schon darauf verwiesen, dass hier auch die Unterbeschäftigungsquote angeführt ist, die ebenfalls deutlich gesunken ist.

Zum anderen fehlen in Ihrer Berechnung sämtliche, nicht-sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (insb. Selbstständige und Beamte).

Bei 600 T Unterbeschäftigten, 1,4 Mio. Selbstständigen und 1,8 Mio. Beamten (plus mithelfende Fa­mi­lien­an­ge­hö­ri­ge, Be­rufs- und Zeit­sol­da­tin­nen und -soldaten, sowie Wehr- und Zi­vil­dienst­leis­ten­de, für die ich jetzt keine Zahl habe) fehlen also nicht viele. Ist keine große Verschwörung sondern einfach nur eine Statistik

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