Erfurt LKA vermutlich von armenischer Mafia ausspioniert

Das Thüringer Landeskriminalamt ist vermutlich von der armenischen Mafia ausgespäht worden. Das LKA geht demnach dem Verdacht der Spionage am Gebäudekomplex in der Kranichfelder Straße in Erfurt nach. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN haben am Donnerstag hochrangige Vertreter des LKA den Innenausschuss des Thüringer Landtages entsprechend informiert.

Mutmaßliche Mafia-Mitglieder am Gebäude gesichtet

Blick von einer oberen Etage auf eine grünliche Glasfront vor Bürofluren und Autos, die unter einem auf Säulen ruhenden Gebäudekorpus parken.
LKA-Zentrale in Erfurt Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Mehrfach sollen Personen in der Nähe des Gebäudes beobachtet worden sein, die mutmaßliche Mitglieder eines Ablegers der armenischen Mafia in Erfurt sind. Bei diesen Personen gebe es eindeutige Bezüge zur organisierten Kriminalität, sagten die LKA-Beamten im Ausschuss. Derzeit würden die Vorfälle ausgewertet und die Sicherheit der Mitarbeiter und des Gebäudes geprüft. Die CDU-Opposition hatte nach mehreren Medienberichten das Thema im Innenausschuss auf die Tagesordnung gesetzt.

Seit Jahren sind Clans in Thüringen aktiv

Seit Jahren gibt es in Thüringen, besonders in Erfurt, Gotha, Gera und Jena, Aktivitäten armenischer Mafiaclans. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN unterhalten sie Verbindungen zu andere armenischen Mafiafamilien in ganz Deutschland, aber auch nach Frankreich und Belgien.

Zur Zeit müssen sich elf mutmaßliche Mafiamitglieder vor dem Landgericht Erfurt verantworten. Sie sollen sich im Juli 2014 eine Schießerei mit einer rivalisierenden Gruppe aus Leipzig und Berlin im Norden von Erfurt geliefert haben. Beteiligt daran war offenbar auch ein armenischer Mafiapate, der inzwischen im Ausland abgetaucht ist. Beamte des Landeskriminalamtes hatten in dem Fall ermittelt.