Coronavirus Rettungsdiensten fehlt Ausrüstung - Ministerium kündigt Regelung an

Obwohl eine Infektionswelle gerade erst beginnt, haben Rettungsdienste in Thüringen zunehmend Probleme bei der Versorgung mit Schutzausrüstung. Diese ist für Einsatzkräfte unabdingbar. Das Sozialministerium des Freistaats hat eine Reaktionen auf den drohenden Notstand angekündigt.

Eine Sanitäterin hilft einer weiteren Person beim Anziehen eines Schutzanzuges.
Die Schutzausrüstung für Rettungskräfte wird auch in Thüringen zunehmend knapp (Symbolbild). Bildrechte: imago images/onw-images

Explodierende Preise für Schutzausrüstungen werden auch in Thüringen zunehmend zum Problem für Rettungsdienste. Wie der Pressesprecher des DRK-Landesverbandes, Dirk Bley, MDR THÜRINGEN am Montag sagte, werden die Bestände von Schutzanzügen, -Masken und Desinfektionsmitteln bei einigen Thüringer Rettungsdiensten schon jetzt knapp. Dabei befände man sich nach jetzigen Einschätzungen erst am Beginn der Infektionswelle.

Die extrem steigenden Preise für die Hilfsmittel verschärften die Situation zusätzlich. Das Thüringer Sozialministerium kündigte noch für Montagnachmittag Gespräche an, um das Weiterverteilen der Schutzausrüstungen speziell an die Rettungsdienste zu regeln und zu sichern. Federführend dabei sie die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Thüringen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Einzelheiten würden am Dienstag bekanntgegeben.

Bley: Problem betrifft ganz Thüringen

Das Problem fehlender Ausrüstung sei generell und betreffe das gesamte Land, einzelne betroffene Rettungsdienste wollte DRK-Sprecher Dirk Bley aus diesem Grund nicht nennen. Schon am Wochenende hatte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Peter Schreiber, von einer "sehr ernsten Lage" gesprochen und die Politik zum Handeln aufgerufen. Es müsse jederzeit ausreichend Schutzmaterial abgerufen werden können, die Bedarfe seien bekannt. Die in Corona-freien Zeiten ausgehandelten Budgets für Schutzausrüstungen reichten nun längst nicht mehr aus und müssten dringend angehoben werden, so der Hilferuf.

Das DRK verweist auf die Vorschriften, wonach Rettungsfahrzeuge und Sanitäter mit einer bestimmten Ausrüstung ausgestattet sein müssen. Vor allem bei Einsätzen mit Corona-infizierten Patienten sei das Ansteckungsrisiko groß. Ein erhebliches Restrisiko gebe es aber auch bei allen anderen Einsätzen, schließlich wisse man nie, wer das Virus symptomfrei schon in sich trage. "Wir müssen nicht darüber reden, was das für die Retter bedeutet. Teams stecken sich an, müssen in Quarantäne, das gesamte Rettungswesen wird geschwächt", so Dirk Bley.

Der Eigenschutz muss laut Bley deshalb bestmöglich gewahrt werden, der Nachschub müsse gewährleistet sein. Hinzu komme, dass zum Beispiel viele Kliniken bei Einlieferungen Atemschutzmasken bei Patienten und Rettern vorschrieben - unabhängig von der Diagnose. Das Vorgehen sei verständlich, sorge aber dafür, dass die Bestände vor allem an Schutzmasken rasend schnell kleiner würden, so Bley. Diese Masken seien auch nicht endlos wiederverwendbar.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen:

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN Journal | 23. März 2020 | 19:00 Uhr

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