Konjunkturumfrage Automobilzulieferer müssen deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen

In Thüringen hat in diesem Jahr jeder zweite Automobilzulieferer Umsatzeinbußen in Höhe von 15 bis 20 Prozent verkraften müssen. Das geht aus einer Konjunkturumfrage der Branchenvereinigung "automotive thüringen" hervor. Grund dafür sind demnach weniger Verkäufe und die Unsicherheit in der Branche. Etwa 40 Prozent der Firmen haben auf die Entwicklung mit dem Abbau von Stellen reagiert.

Probleme gebe es vor allem in der Region Eisenach unter anderem im Bereich der Antriebstechnik. Dort hatten zuletzt mit der Mitec AG und JD Norman Germany zwei größere Unternehmen in der Region Insolvenz angemeldet. Hinzu kämen zwei angekündigte Standortschließungen.

Zulieferer verhalten optimistisch

Gründe für den Umsatzeinbruch sei die weltweite konjunkturelle Eintrübung, infolge derer weniger Autos verkauft wurden, und die Unsicherheit in der Branche. Der Strukturwandel hin zur Elektromobilität spiele gar keine so große Rolle, heißt es. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nannte Umsatzeinbußen und Stellenabbau ein "deutliches Alarmzeichen".

Autozulieferer
Die Automobilzulieferer müssen Einbußen beim Umsatz verschmerzen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Trotz des Umsatzrückgangs blicken die Automobilzulieferer verhalten optimistisch in die Zukunft. So gehen dem Bericht zufolge 85 Porzent der Unternehmen an, von gleichbleibenden oder wachsenden Geschäften auszugehen, nur zehn Prozent rechneten mit einem Rückgang. Dabei seien die größten Herausforderungen, genügend Personal zu bekommen und sich neue Produktfelder zu ersclhießen. Der Geschäftsführer von "automotive-thüringen", Rico Chmelik, sieht die größten Chancen bei Herstellern von Interieur, Elektronik und Elektrik-Bauteilen. Im Bereich Antrieb/ Fahrwerk dagegen erwartet er künftig einen Personalabbau.

Erste Aufträge aus der E-Auto-Produktion

Insgesamt rechnet Chmelik damit, dass in der Zulieferindustrie mehr Stellen entstehen als abgebaut werden. Mut mache dem Branchenverband dabei, dass weit über die Hälfte der Unternehmen mittelfristig weitere Investitionen planen. Außerdem liegen laut Umfrage bei rund 70 Prozent der Teile- und Komponentenlieferanten bereits erste Aufträge für die Produktion von Elektro-Fahrzeugen vor. Nur 13 Prozent der Befragten sehen danach die Trendwende zur E-Mobilität als ihre größte Herausforderung an. Das überrasche, weil viele Firmen für Antriebe und Fahrwerke Teile und Komponenten lieferten, so Chmelik.

Nach Angaben von "automotive thüringen" arbeiten rund 55.000 Menschen in der Branche. Sie mache insgesamt einen Umsatz von etwa vier Milliarden Euro pro Jahr. Nach einer vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie umfasst der Produktionsbereich Antriebe und Fahrwerk in Thüringen rund 19 000 Arbeitsplätze. 2000 bis 3000 von ihnen seien mit dem Trend zur Elektromobilität bis zum Jahr 2030 als gefährdet einzuschätzen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/kie

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 15. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2019, 20:32 Uhr

2 Kommentare

Rasselbock vor 3 Wochen

Typische AfD Beissreaktion: Nicht grüne Umwelthysterie sondern technischer Fortschritt zeigt Wirkung.

Guter Schwabe vor 3 Wochen

Endlich!
Die Umwelthysterie zeig Wirkung. Das ist erst der Anfang.
Trotzdem!
Wir schaffen das (vielleicht).

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