Alten-, Jugend- und Sozialhilfe Geschäftsführer von Awo-Tochter AJS fristlos gekündigt

Seit Juni war Michael Hack, der bisherige Geschäftsführer der Awo-Tochter AJS, bereits beurlaubt. Jetzt folgte die fristlose Kündigung. Einzelheiten zu Verstößen wollte das Unternehmen nicht nennen. Die AJS ist seit Monaten in Kritik, weil überhöhte Vorstandsgehälter gezahlt worden sein sollen.

AWO
Der seit Juni freigestellt Geschäftsführer der Awo-Tochter AJS, Michael Hack, wurde fristlos gekündigt. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Thüringer Awo-Tochter Alten-, Jugend- und Sozialhilfe (AJS) hat ihren bisherigen Geschäftsführer Michael Hack fristlos entlassen. Eine Überprüfung durch externe Sachverständige habe genügend Anhaltspunkte geliefert, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen würden, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende der Awo Thüringen, Petra Rottschalk, am Donnerstag.

Bereits Ende Juni war Hack freigestellt worden. Sein Arbeitsvertrag als Hauptgeschäftsführer lief noch bis zum Jahresende, gefolgt von zwei Jahren Altersteilzeit. Weitere Einzelheiten zu den nun festgestellten Verstößen wollte das Unternehmen derzeit nicht nennen.

AWO Thüringen: Kritik wegen überhöhter Gehaltszahlungen

Seit Anfang des Jahres steht das Tochterunternehmen der Awo, die Alten-, Jugend- und Sozialhilfe (AJS) gGmbH, wegen überhöhter Gehaltszahlungen in der Kritik. So soll Hack jährlich 310.000 Euro bezogen haben. Maximal 205.000 Euro wären gemäß dem Verhaltenskodex des Awo Bundesverbandes angemessen gewesen. Auch seine beiden Mitgeschäftsführer Achim Ries und Antje Wolf waren zum 30. Juni von ihren Aufgaben entbunden worden. Auch in ihren Fällen hatte der Awo-Bundesverband unangemessen hohe Gehälter bemängelt.

Die AJS wird derzeit von zwei kommissarischen Geschäftsführern geleitet und hat 5.400 Mitarbeiter in 200 Einrichtungen der Alten-, Jugend- und Sozialhilfe.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. August 2020 | 14:00 Uhr

8 Kommentare

Jack vor 23 Wochen

@Erichs Rache
Sicherlich gibt es einen Aufsichtsrat. Diesbezüglich sehr interessant, man hat von dieser Elite bis dato nie ein Statement gehört. Verfolge das Thema schon lange. Tja, wer weiß welche Abhängigkeiten es da gibt.... sag ich nichts, sagst du nichts...
Gerade gelesen, nun hat es auch noch die Gattin fristlos getroffen.
Nun, der Anfang ist gemacht.

part vor 23 Wochen

Bei der AWO stank der Fisch bekanntlich vom Kopf an, aber auch andere Extremitäten scheinen betroffen: doppelte Rechnungen im Briefkasten, die schon längst beglichen sind und fragwürdige Verfahrensweisen gegenüber die Auftraggebern. Der AWO wird wohl eine gewisse Nähe zur SPD nachgesagt?

Jack vor 23 Wochen

Längst überfällig und wohl verdient!
Hoffentlich muss er keine Sozialleistungen beantragen...
Oh, ich vergaß die Gattin ist ja auch Geschäftsführerin der AJS.
Immer wieder beeindruckend wie lange man so selbstherrlich herrschen konnte und keeeeeiner hat was gemerkt???
Nun, ein Schelm der dabei böses denkt.

Mehr aus Thüringen