Gera | Schmölln Angeklagter schweigt im Bandendiebstahl-Prozess

von Cornelia Hartmann

Es ist schon eine ungewöhnliche Konstellation: die Anklage lautet auf Bandendiebstahl - auf der Anklagebank im Geraer Landgericht sitzt aber nur ein einziger Angeklagter. Es geht um drei große Einbrüche in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Und die kann einer allein nicht begangen haben.

Prozessauftakt Gera
Der Angeklagte bestreitet, die Taten begangen zu haben. Bildrechte: MDR/Cornelia Hartmann

Im September 2019 traf es den Flugplatz in Eggersdorf. Hier wurde ein Ultraleichtflugzeug quasi demontiert. Gestohlen wurden Motor, Propeller, Bugrad und sämtliche elektronischen Geräte. Im April zerstörten Einbrecher Zaun und Werkstattgebäude einer Baufirma in Schmölln. Gestohlen wurden zwei Traktoren und zwei Laptops. Es waren sehr teure Maschinen, der Schaden laut Anklage: 600.000 Euro. Im November 2016 wurde eine Flugschule im sächsischen Großenhain Opfer von Dieben. Auch hier verschwanden Teile eines Ultraleichtflugzeugs. Diebesgut und Sachschaden summierten sich auf 50.000 Euro.

An all diesen Fällen soll der Angeklagte, ein 42-Jähriger aus Litauen, beteiligt gewesen sein. Am Tatort wurde seine DNA gefunden. Die war in der Datenbank der Strafverfolgungsbehörden registriert. Im vergangenen Jahr wurde der Mann aufgrund eines internationalen Haftbefehls in Polen festgenommen. Gemeinsam mit zwei noch unbekannten Mittätern und auf Bestellung soll der Angeklagte die Diebstähle begangen haben, sagt der Staatsanwalt. Das sei Bandendiebstahl, Strafrahmen pro Fall: ein Jahr bis zu zehn Jahren.

Sein Mandant bestreite die Diebstähle, sagt der Verteidiger. Ausfühlich werde sich der Angeklagte erst am nächsten Verhandlungstage äußern. Wichtige Schreiben aus Litauen seien erst sehr kurzfristig eingegangen und müssten noch besprochen werden. Der Vorsitzende Richter teilt viele Unterlagen aus: Schadensaufstellungen, kriminaltechnische Untersuchungen und Auswertungen der Tatorte. Das alles sollen sich die Prozessbeteiligten im so genannten Selbstleseverfahren zu Gemüte führen, das spart Zeit.

Einige Schreiben werden öffentlich verlesen. So erfährt man, dass der Besitzer des demontierten Flugzeugs aus Eggersdorf, die Fliegerei aufgrund des Diebstahls aufgegeben hat. Cockpit und Rumpf seien durch die Diebe beschädigt worden, ein gleichwertiges Flugzeug hätte er sich nicht leisten können, schreibt der Mann dem Gericht. Der Geschäftsführer der betroffene Flugschule nennt den Diebstahl "existenzbedrohend". Unterrichtsstunden mussten ausfallen, weil die Flugzeuge nicht einsatzbereit waren. Im April wird weiterverhandelt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 25. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 17:03 Uhr

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2 Kommentare

25.03.2019 19:37 martin 2

@1 sachse: Wie gut, dass es die vor den "offenen Grenzen a la Merkel" nicht gab. Oder spielten Sie auf den "Antifaschistischen Schutzwall" an?

25.03.2019 18:44 Sachse43 1

Tja, jammern hilft nicht:
Wer offene Grenzen will, bekommt auch internationale Kriminalität!

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