Landesparteitag Erfurts Oberbürgermeister Bausewein will SPD-Vize werden

Der ehemalige Thüringer SPD-Vorsitzende Andreas Bausewein will als Stellvertreter zurück an die SPD-Spitze. Beim Landesparteitag Ende September wolle er für einen der vier Stellvertreter-Posten kandidieren, sagte er MDR THÜRINGEN und bestätigte damit einen Bericht der Thüringer Allgemeinen.

Bausewein war vor zweieinhalb Jahren überraschend als SPD-Landeschef zurückgetreten. Jetzt hätten ihn Parteifreunde gebeten, wieder Verantwortung in der Parteispitze zu übernehmen.

Andreas Bausewein, 2014
Will zurück an die SPD-Spitze: Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Bildrechte: dpa

Ihm sei die SPD zu wichtig, um zuzusehen, wie sie immer weiter marginalisiert werde, sagte Bausewein. Er wolle den designierten Parteivorsitzenden Georg Maier unterstützen, der die SPD voraussichtlich auch als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2021 führen soll.

Maier habe das Potential, Wahlen gewinnen zu können - und bessere Ergebnisse zu holen als den aktuellen Umfragewert von acht Prozent. Maier solle auch Wähler von anderen Parteien zurückholen, so Bausewein. Der 47-Jährige ist Oberbürgermeister von Erfurt.

Jusos: Kein Freifahrtsschein für Bausewein

Bei den Thüringer Jusos stößt die Kandidatur von Andreas Bausewein für den SPD-Landesvize-Posten auf Skepsis. Der Landeschef der SPD-Nachwuchsorganisation Oleg Shevchenko sagte, ihn habe die Ankündigung überrascht. Es dürfe keinen Freifahrtsschein für Andreas Bausewein geben. Shevchenko verwies zudem auf die Quotenregelung bei Wahllisten. Es könne nicht sein, dass es durch Bauseweins Kandidatur einen Männerüberschuss gebe. Außerdem erwartet der Juso-Chef auf dem Landesparteitag Ende September eine Erklärung von Bausewein, was er konkret für die SPD tun wolle.

Wertvolle kommunalpolitische Erfahrung

Der designierte SPD-Landeschef Georg Maier hat das geplante Comeback von Andreas Bausewein begrüßt. Maier sagte MDR THÜRINGEN, er freue sich, dass sich der dreifache Gewinner der Oberbürgermeisterwahlen von Erfurt wieder stärker in der Partei engagieren und als Vizechef kandidieren wolle. Zudem wolle er für die Landtagswahl ein möglichst breit aufgestelltes Team versammeln.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Juli 2020 | 09:00 Uhr

7 Kommentare

Jack vor 3 Wochen

Eigentlich unglaublich, aber Versorgungsmentalität steht bei einigen der Herren und Damen hoch im Kurs.
Es wird sich, falls das mit dem OB nicht mehr klappt, schon ein Pöstchen finden Es sind ja alles absolute Allrounder und hüpfen von Posten zu Posten. Tja und die Bedenken mit der Buga sind durchaus berechtigt. Zunächst Glanz und Gloria, bis man merkt z,ur Erhaltung des Ganzen, sind ja die Kassen leer.( Das sind sie ja schon, siehe Schulen etc.)

maddin vor 3 Wochen

Echt jetzt, vor zwei Jahren noch den SPD-Vorsitz überraschend einfach mal so hinschmeißen und nun genauso überraschend wieder Vizevorsitzender werden wollen? Da hat sich wohl jemand verplant? Man kann wohl nun leider nicht noch einen extra 4. Geschäftsführer der Stadtwerke Erfurt demnächst erfinden oder installieren (siehe den noblen Herrn Ex-OB Ruge mit der für ihn damals neu geschaffenen Funktion als 3. Geschäftsführer)?
Und dann diese Gloriole „… er wolle nicht weiter zusehen, wie seine SPD marginalisiert werde.“ Der Retter in höchster Not also - eine Nummer kleiner hat er’s wohl nicht? „Maier habe das Potenzial, Wahlen gewinnen zu können“, wirklich, den wählen doch nicht einmal die ihm unterstellten Polizisten!

Ralf T. vor 3 Wochen

Tiefensee konnte wenigstens vernünftig reden. Sicher ein Verlust für die Thüringer SPD.

Bausewein ist in Erfurt auch nur Bürgermeister, weil es keine ernsthaften Konkurrenten gibt.

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