In Halle wird der Hauptbahnhof saniert
An den Bahnhöfen Halle und Erfurt kommt es zu umfangreichen Bauarbeiten. Bildrechte: DB AG/Hannes Frank

Bahnverkehr Vollsperrung des Erfurter Hauptbahnhofs

Bahnreisende in Thüringen müssen seit Mittwoch mit längeren Fahrzeiten und Zugausfällen rechen. Wegen Bauarbeiten in den Hauptbahnhöfen in Halle und in Erfurt werden Züge umgeleitet und Verbindungen gestrichen. Der Hauptbahnhof Erfurt muss am Wochenende voll gesperrt werden.

In Halle wird der Hauptbahnhof saniert
An den Bahnhöfen Halle und Erfurt kommt es zu umfangreichen Bauarbeiten. Bildrechte: DB AG/Hannes Frank

Die ersten Bauarbeiten haben am Mittwoch in Halle begonnen: Dort werden neue Oberleitungen miteinander verbunden. Die Arbeiten dauern bis Sonntag. In Erfurt rücken die Techniker am Samstag an: Hier muss eine neue Software für die Stellwerke aufgespielt werden. Deswegen kann bis Sonntag kein Zug den Hauptbahnhof ansteuern.

Betroffen von den Arbeiten sind Züge im Nah- und Fernverkehr

Die ICE werden größtenteils umgeleitet. Verbunden damit sind längere Reisezeiten. Im Nahverkehr fallen etliche Züge auf Teilstrecken aus, wie etwa zwischen Weimar und Erfurt oder zwischen Neudietendorf und Erfurt. Dafür fahren Busse. Die Änderungen sind laut Deutsche Bahn in den Online-Fahrplan mit eingearbeitet worden.

Laut einer Mitteilung der Deutschen Bahn hat sie zusammen mit Abellio, Erfurter Bahn und Süd-Thüringen-Bahn ein "umfassendes Ersatzverkehrskonzept" vorbereitet. Bereits im Vorfeld sind alle Fahrplanänderungen im elektronischen Fahrplan berücksichtigt worden und bei Online-Reiseauskünften (Internet, DB Navigator), im Reisezentrum oder an den Fahrkartenautomaten abrufbar.

Die Fahrplänänderungen im Einzelnen (Quelle: Deutsche Bahn AG) o.G. Fahrplanänderungen im Knoten Halle vom 19. Juni (22 Uhr) bis 22. Juni (4 Uhr)

Fernverkehr:

Die ICE der Linien 15 Berlin–Halle–Erfurt–Frankfurt (M), 18 Hamburg–Berlin–Halle–Erfurt–Nürnberg–München und 29 Berlin–Halle–Erfurt–Nürnberg–München werden über Halle (Saale) Güterbahnhof umgeleitet und halten nicht in Halle (Saale) Hauptbahnhof.
Alternative Reisemöglichkeiten von und nach Halle (Saale) bestehen mit umsteigen in Bitterfeld, Erfurt und Leipzig.

Nahverkehr:

Die S-Bahnen der Linien S 5/S 5x Halle–Leipzig/Halle Flughafen–Leipzig Hbf–Altenburg–Zwickau verspäten sich zwischen Kanena und Halle (Saale) Hbf um ca. 2 Minuten.
Die S-Bahnen der Linie S 7 Halle-Nietleben–Halle (Saale) Hbf fallen im Abschnitt Halle Südstadt und Halle (Saale) Hbf aus. Als Ersatz nutzen Reisende die innerstädtischen Verkehrsmittel der Stadt Halle (Saale) und den Schienenersatzverkehr mit Großraumtaxi. Alle DB-Fahrscheine sind hierfür in der Tarifzone Halle 201 gültig.
Die Züge der Linie RE 18 Halle-Jena-Göschwitz werden im Abschnitt Halle (Saale) Hbf–Merseburg durch Busse ersetzt

Abellio:

Die Abellio-Züge der Linien RE 16 Erfurt–Halle (Saale) und RB 25 Saalfeld (Saale)–Halle (Saale) werden zwischen Merseburg und Halle (Saale) Hbf durch Busse ersetzt.

Die Abellio-Züge der Linien RE 9 Kassel–Halle (Saale), RE 19 Leinefelde–Halle (Saale) und RB 75 Nordhausen–Halle (Saale) werden zwischen Angersdorf und Halle (Saale) Hbf durch Busse ersetzt.

Fahrplanänderungen im Knoten Erfurt vom 22. Juni (0 Uhr) bis 23. Juni (11 Uhr):

Fernverkehr:

Die ICE der Linie 11 Berlin–Leipzig–Erfurt–Frankfurt (M)–München werden mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 95 Minuten über Kassel–Eichenberg–Sangerhausen–Halle (mit zusätzlichem Halt in Kassel Wilhelmshöhe) umgeleitet und halten nicht in Bad Hersfeld, Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar und Naumburg. Die ICE fahren in Hamburg/Berlin bis zu 80 Minuten früher ab.

Die ICE der Linie 15 Berlin–Halle–Erfurt–Frankfurt (M) werden mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 30 Minuten über Göttingen–Oebisfelde (mit zusätzlichem Halt in Berlin Spandau und Kassel Wilhelmshöhe) umgeleitet und halten nicht in Berlin Gesundbrunnen, Berlin Südkreuz, Halle und Erfurt. Die ICE fahren in Berlin ca. 30 Minuten früher ab.

Die ICE der Linie 18 Hamburg–Berlin–Halle–Erfurt–Nürnberg–München werden mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 60 Minuten über die Saalebahn (mit zusätzlichem Halt in Naumburg und teilweise in Saalfeld (Saale)) umgeleitet und halten nicht in Erfurt. Die ICE fahren in Hamburg/Berlin teilweise auch in München ca. 60 Minuten früher ab.

Die ICE der Linie 28 Hamburg–Berlin–Leipzig–Erfurt–Nürnberg–München werden mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 60 Minuten über die Saalebahn (mit zusätzlichem Halt in Naumburg und teilweise in Saalfeld (Saale)) umgeleitet und halten nicht in Coburg und Erfurt. Die ICE fahren in Hamburg/Berlin und München ca. 60 Minuten früher ab.

Die ICE der Linie 29 Berlin–Halle–Erfurt–Nürnberg–München werden mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 90 Minuten über die Saalebahn (mit zusätzlichem Halt in Naumburg) umgeleitet und halten nicht in Erfurt. Die ICE fahren in Berlin ca. 90 Minuten früher ab.

Die ICE-Züge 92 und 93 Berlin–Nürnberg–Wien werden ebenfalls mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 90 Minuten über die Saalebahn (mit zusätzlichem Halt in Naumburg) umgeleitet und halten nicht in Coburg und Erfurt. Der ICE der Linie 93 fährt in Berlin ca. 60 Minuten früher ab.

Die ICE der Linie 50 Dresden–Leipzig–Erfurt–Wiesbaden werden überwiegend mit einer Reisezeitverlängerung bis zu 70 Minuten über Kassel–Eichenberg–Sangerhausen (mit zusätzlichem Halt in Kassel Wilhelmshöhe) umgeleitet. Die ICE beginnen und enden in Leipzig und halten nicht in Bad Hersfeld, Eisenach, Gotha, Erfurt, Riesa und Dresden. Die ICE fahren in Leipzig ca. 80 Minuten früher ab.

Die IC-Züge der Linie 50 (MDV) Köln–Düsseldorf–Kassel–Erfurt–Weimar–Gera verkehren nicht zwischen Gotha und Weimar. Zwischen Gera und Weimar erhalten die Züge Ersatzzugnummern und fahren in der Regellage.

Ersatzverkehr für Fernverkehrszüge: Zwischen Fulda und Gotha verkehrt ein Pendelzug. Auf dem Streckenabschnitt Gotha–Erfurt Hbf–Weimar wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Nahverkehr:

DB Regio:

Die Züge der Linie RE 1 Göttingen–Glauchau werden auf den Abschnitten Erfurt Hbf–Weimar (SEV-Linie D) und Erfurt Hbf–Neudietendorf (SEV-Linie C) durch Busse ersetzt.

Die Züge der Linien RE 2 Erfurt–Kassel, RE 55/56 Erfurt–Nordhausen und RB 52 Erfurt–Leinefelde werden zwischen Erfurt Hbf und Erfurt Nord (SEV-Linie E) durch Busse ersetzt.

Die Züge der Linie RE 3 Erfurt–Altenburg/Greiz werden auf dem Abschnitt Erfurt Hbf–Weimar (SEV-Linie D) durch Busse ersetzt.

Die Züge der Linie RE 7 Erfurt–Würzburg werden auf dem Abschnitt Erfurt Hbf–Neudietendorf (SEV-Linie C) durch Busse ersetzt.

Abellio:

Die Abellio-Züge der Linien RE 16 Erfurt–Halle, RE 17 Erfurt–Naumburg und RB 20 Eisenach–Leipzig werden auf dem Abschnitt Neudietendorf– Weimar–Erfurt durch Busse ersetzt.

Die Abellio-Züge der Linien RE 10 Erfurt–Magdeburg und RB 59 Erfurt–Sangerhausen werden auf dem Abschnitt Erfurt Hbf–Erfurt Ost durch Busse ersetzt.

Erfurter Bahn:

Die Züge der Erfurter Bahn der Linien EB 23/EB 47 Erfurt–Arnstadt–Saalfeld werden auf dem Abschnitt Erfurt–Neudietendorf durch Busse ersetzt.

Die Züge der Erfurter Bahn der Linie EB 21 Erfurt–Weimar–Gera werden zwischen Erfurt und Weimar durch Busse ersetzt.

Süd-Thüringen-Bahn:

Die Züge der Süd-Thüringen-Bahn der Linien STB 44 Erfurt–Meiningen, STB 46 Erfurt–Ilmenau (–Bahnhof Rennsteig), STx 45 Erfurt–Ilmenau, STx 50 Erfurt–Zella-Mehlis–Meiningen werden zwischen Erfurt und Neudietendorf durch Busse ersetzt.

Längere Reisezeiten: Die Verkehrsunternehmen bitten die Reisenden bei ihrer Reiseplanung die umfassenden Änderungen sowie geänderte Abfahrtsorte der Busse zu berücksichtigen und ggf. frühere Verbindungen zu nutzen, um Anschlusszüge zu erreichen.

Mitnahme von Fahrrädern, Kinderwagen und mobilitätseingeschränkten Reisenden:
Die Mitnahme von Fahrrädern und Kinderwagen sowie die Beförderung mobilitätseingeschränkter Personen sind im Ersatzverkehr nur eingeschränkt möglich.

eine Grafik zu Bauvorhaben in Sachsen-Anhalt 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag | 19. Juni 2019 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 09:08 Uhr

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4 Kommentare

22.06.2019 13:48 martin 4

Ich stimme #2 völlig zu, wenn er den Zustand der Bahn nebst ihren Ursachen (Privatisierung statt infrastrukturelle Daseinvorsorge) bemängelt. Diese Mängel werden auch nicht dadurch geringer, wenn man sie in Relation zu anderen Mängeln stellt.

Dass die Bahn über viele Jahre den Fokus auf "Geld verdienen" gelegt hat und somit strikt betriebswirtschaftlich statt volkwirtschaftlich orientiert geführt wurde, kann man im Kern nicht den Bahnmanagern vorwerfen - das war schließlich die Vorgabe des Eigentümers: des Bundes vertreten durch Regierung UND Parlament.

Die Rufe nach "mehr Güter auf die Schiene" ist an vielen Ecken derzeit zwar im Kern richtig - aber im wesentlichen eher populistisch, da schon jetzt die Trassenkapazitäten auf den wichtigsten Verbindungen erschöpft sind. Und bzgl. der Grünen: Mit wem hat Schröder, dessen Regierung die Bahn an die Börse bringen wollte, doch einst regiert??

22.06.2019 12:06 Einäugig 3

@Nr.2:

Sie werden Ihrem Anmeldenamen nicht gerecht.

Wo und wann etwa ist in Deutschland ein "normaler" Straßenverkehr möglich - nicht nur auf der Autobahn?
Das scheint Sie kalt zu lassen.

Bei und auf der Straße ist alles erlaubt und nichts ist "unnormal".

Nur bei der Bahn ist
- selbstverständlich -
A L L E S anders und
- genauso selbstverständlich -
alles mies.

Originell ist das nicht!

Bewahren Sie sich Ihre Voreingenommenheit
und ändern Sie bloß
nicht Ihre Sicht der Dinge.
Das könnte ja das eigene
Weltbild radikal in Frage stellen.

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