Behinderte Menschen und Arbeit
Firmen, die 20 Mitarbeiter oder mehr beschäftigen, müssen laut Gesetz mindestens fünf Prozent Behinderte beschäftigen Bildrechte: Colourbox.de

Arbeitsmarkt Menschen mit Behinderung finden schwer Arbeit

Behinderte in Thüringen fassen nach wie vor nur schwer Fuß auf dem Arbeitsmarkt. Die anhaltende Konjunktur gehe an den arbeitsuchenden Schwerbehinderten vorbei, sagten Vertreter von Behindertenverbänden anlässlich des heutigen "Welttags der Menschen mit Behinderung".

Behinderte Menschen und Arbeit
Firmen, die 20 Mitarbeiter oder mehr beschäftigen, müssen laut Gesetz mindestens fünf Prozent Behinderte beschäftigen Bildrechte: Colourbox.de

Nach wie vor weigerten sich viele Unternehmen und Behörden, Schwerbehinderte einzustellen. Von den rund 100.000 registrierten Schwerbehinderten im arbeitsfähigen Alter haben nur 17.000 einen festen Job. Weitere 5.000 gelten als arbeitsuchend. Trotz Absichtserklärungen vor allem seitens der Politik - die Hürden auf dem ersten Arbeitsmarkt seien vor allem für Behinderte nach wie vor hoch, kritisieren Behinderten-Vertreter.

Inklusion am Arbeitsplatz
Die Zahlen sprechen für sich: Nur etwa 17.000 Schwerbehinderte haben einen festen Job. Bildrechte: IMAGO

Der Behindertenbeauftragte des Landes, Joachim Leibiger, fordert deshalb mehr Eingriffe seitens des Staats. So solle die so genannte Ausgleichsabgabe verdoppelt werden. Firmen mit mindestens 20 Mitarbeitern müssen laut Gesetz mindestens fünf Prozent Behinderte beschäftigen. Viele Firmen zahlten aber lieber die Ausgleichsabgabe in Höhe von 125 bis 320 Euro pro fehlendem Arbeitsplatz, so Leibinger.

Leibiger erwartet 2019 allerdings Verbesserungen für Menschen mit Beeinträchtigung: "Denn schließlich wird die UNO im kommenden Jahr Deutschland und damit auch Thüringen genauer in Sachen Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf die Finger sehen", so Leibinger am Montag.

Inklusion am Arbeitsplatz
Behinderten-Vertreter kritisieren, dass die Hürden auf dem ersten Arbeitsmarkt viel zu hoch seien. Bildrechte: IMAGO

Die Landesregierung habe bereits im August den Vereinten Nationen einen Plan vorgelegt, wie die Behindertenrechtskonvention umgesetzt werden soll. Leibiger erwartet, dass der Plan spätestens mit dem Landeshaushalt 2020 auch mit dem nötigen Geld untersetzt wird. Bereits am Wochenende hatte sich Karola Stange, behindertenpolitische Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion, zum Thema geäußert. Demzufolge will die rot-rot-grünen Landtagsfraktionen ein Gesetz zur verbesserten politischen Teilhabe von Menschen mit Behinderung bei Landtags- und Kommunalwahlen auf den Weg bringen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 20:20 Uhr

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2 Kommentare

05.12.2018 19:26 martin 2

@1 karola: Bei einer Arbeitslosenquote von 5,0% finde ich Ihre Pauschal-Aussage nicht nachvollziehbar.

05.12.2018 10:08 Karola 1

Im Land Thüringen haben schon Menschen ohne Behinderung enorme Schwierigkeiten einen Job trotz Ausbildung zu finden, siehe hierzu die Arbeitslosenquote Thüringen.

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