Ein Polizist misst mit einem Lasermessgerät die Geschwindigkeit von Autofahrern
Die Aktion ist jeden Cent wert, sagt die Polizei Thüringen. Andere Bundesländern lehnen die Aktion ab, weil sie durch den hohen Personalaufwand sehr teuer sei. Bildrechte: IMAGO

Bilanz für Thüringen Blitzmarathon: Spitzenreiter fuhr 69 km/h zu schnell

Einer fuhr seit 1993 ohne Führerschein, ein anderer raste mit 149 km/h statt erlaubten 80 km/h über die Landsstraße - beide gingen am Mittwoch beim thüringenweiten Blitzmarathon der Polizei ins Netz.

von Sandra Voigtmann

Ein Polizist misst mit einem Lasermessgerät die Geschwindigkeit von Autofahrern
Die Aktion ist jeden Cent wert, sagt die Polizei Thüringen. Andere Bundesländern lehnen die Aktion ab, weil sie durch den hohen Personalaufwand sehr teuer sei. Bildrechte: IMAGO

Die Zahl der Verkehrsverstöße in Thüringen ist offenbar zurückgegangen. Das ergab die Auswertung des Blitzmarathons am Mittwoch durch die Polizei. Nur knapp 3 Prozent der Kontrollierten fuhren zu schnell, war nicht angeschnallt oder telefonierten während der Fahrt. Das sei deutlich weniger als im Vorjahr, hieß es. Insgesamt wurden an 108 Stellen 58.000 Fahrzeuge kontrolliert. Am Ende der 24-stündigen Aktion wurden 1719 Fahrer geblitzt und es wurden 150 weitere Verstöße festgestellt.

Trauriger Spitzenreiter des Blitzmarathons war ein Autofahrer auf der Bundesstraße 4 bei Elxleben. Statt mit den erlaubten 80 km/h wurde er mit 149 Stundenkilometern und damit 69 km/h über dem Geschwindigkeitslimit erfasst, so die Polizei. Ihn erwarten ein Bußgeld in Höhe von mindestens 440 Euro, zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot. Auch im Landkreis Sömmerda war ein Extremraser unterwegs. Er fuhr auf der B 176, zwischen Kölleda und Backleben statt mit erlaubten 100 km/h mit 158 km/h. Unrühmlicher Spitzenreiter im Landkreis Greiz war ein Autofahrer, der an der unfallträchtigen Fortuna"-Kreuzung bei Weida bei erlaubten 70 mit 112 km/h geblitzt wurde.

Seit 1993 keinen Führerschein

Ein Autofahrer im Saale-Holzland-Kreis war sich wohl besonders sicher, auch an einem Tag mit besonders hoher Polizeipräsenz nicht aufzufliegen. Der 68-jährige konnte bei einer Polizeikontrolle seinen Führerschein nicht vorlegen. Wie sich herausstellte, hat der Mann seit 1993 und damit seit 26 Jahren keine Fahrerlaubnis mehr. Die Polizei erstattete Strafanzeige.

Ein pinker Panzerblitzer steht an einer Straße.
Unbekannte haben eine Panzerblitzer bei Jena pink angemalt. Bildrechte: MDR/Lisa Maria Tischendorf

Neben Geschwindigkeitsüberschreitungen registrierten die Beamten Gurt- und Handyverstöße, aber auch Ausrüstungsmängel der Fahrzeuge oder nicht mitgeführte Dokumente. Auch alkoholisierte Fahrer wurden aus dem Verkehr gezogen. Mit dem Blitzmarathon beteiligte sich Thüringen an der europaweiten Polizei-Initiative TISPOL. An der 24-stündigen Verkehrskontroll-Aktion beteiligen sich in dieser Woche auch acht weitere Bundesländer. Die anderen Bundesländer lehnen eine solche Aktion ab, weil sie durch den hohen Personaleinsatz sehr teuer ist. Diese Aktion ist jeden Cent wert, sagte ein Thüringer Polizeisprecher MDR Thüringen. Denn überhöhte Geschwindigkeit sei nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen. Darauf wollen die Polizeibeamten aufmerksam machen. Lernen durch Erleben heißt dabei das Motto. Autofahrern soll bewusst werden, dass sich Rasen nicht lohnt, so die Polizei.

Blitzer jetzt in Pink

Unterdessen haben Unbekannte im Jenaer Stadtteil Kunitz einen mobilen Blitzer komplett pink eingefärbt. Eine Polizeisprecherin bestätigte den Vorfall. Die Farbattacke muss sich demnach in der Nacht zu Donnerstag bzw. am frühen Donnerstagmorgen ereignet haben. Bei dem Gerät handelt es sich um einen sogenannten Panzer-Blitzer. Die Stadt Jena testet den Einsatz des von Jenoptik hergestellten TraffiStar seit März. Eine Anzeige wurde aufgenommen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 04. April 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. April 2019, 15:46 Uhr

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15 Kommentare

06.04.2019 12:30 martin 15

Dass diese Veranstaltung was bringt, wage ich zu bezweifeln. Deutlich besser wäre eine deutliche Verschärfung der Strafen. Mann muss es ja nicht gleich wie in der Schweiz machen, wo die Überschreiten ab 1 km/h geahndet wird. Aber wenn ich mir anschaue, was "der Spaß" bei 30 oder 40 km/h zu schnell nur kostet, dann finde ich das ärgerlich.

#13 pille hat mit der Forderung recht, dass Raserei ein Straftatbestand werden sollte. Dann gibt's das Bußgeld als Tagessatz und das Auto als Werkzeug zur Begehung der Straftat kann eingezogen werden.

@14 part: Die Ampelsteuerung in Erfurt finde ich auch sehr ärgerlich. Und ja, wenn ich es eilig habe und schon an 7 Ampeln im Stau stand, vergesse ich auch manchmal auf den Tacho zu schauen und schwimme im Verkehr mit. Richtig ist das nicht ....

05.04.2019 13:35 part 14

Die Bußgeldeinnahmen sind schon seit Jahren ein fester Posten in der Budgetplanung von Kommunen und Landkreisen. Dem entsprechend wird auch oftmals die Höchstgeschwindigkeit nach unten angepasst um an ausgewählten Stellen teure Photos schießen zu können. Wo in der DDR 60 Km/h erlaubt waren, da sind es heute plötzlich 10 weniger. Hinzu kommt in Erfurt eine Ampelschaltung, die entweder eine eine Geschwindigkeit von 30 oder 80 Km/h vorgibt um in der Grünen Welle zu schwimmen, mit Normalgeschwindigkeit steht man an fast jeder Ampel.

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