Bildungsmonitor Thüringer Schulen gut - aber mit Abstrichen

Jedes Jahr vergleicht die arbeitgebernahe "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" den Bildungsstand der Bundesländer. Thüringen landet nach wie vor hinter Sachsen auf Rang zwei - wenn auch mit schlechterer Bilanz.

Im aktuellen Bildungsmonitor schneidet Thüringen im Ländervergleich weiter gut ab. In der Studie der arbeitgebernahen "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" belegt der Freistaat Platz zwei hinter Sachsen und noch vor Bayern. Allerdings haben die Studienautoren den Freistaat schon einmal besser bewertet. Im Fünfjahresvergleich aller Bundesländer ließ Thüringen am deutlichsten nach. Bildungsminister Helmut Holter sieht den Kurs der Landesregierung trotzdem weitgehend bestätigt, will aber einen qualitativ noch besseren Unterricht.

Guter Betreuungsschlüssel

Die Autoren lobten, dass in Thüringen vor allem in den beruflichen Schulen wenige Schüler auf eine Lehrkraft kommen. An Berufsschulen seien auch die Bildungsausgaben je Schüler besonders hoch. Pluspunkte gab es auch für ein "sehr gutes Ganztagsangebot" an Kindergärten und an Grundschulen. Allerdings müsse dieses Angebot an Regelschulen und Gymnasien weiter ausgebaut werden. Gut sei auch, dass den meisten Jugendlichen in Thüringen eine Ausbildungsstelle angeboten werde.

Bildungsvergleich der Länder
Bundesland Punkte 2018 Veränderung zu 2013
Sachsen 69,2 0,5
Thüringen 61,0 -3,2
Bayern 60,2 3,5
Baden-Württemberg 54,8 -1,7
Hamburg 54,7 6,3
Saarland 52,9 13,2
Mecklenburg-Vorpommern 49,5 1,5
Niedersachsen 49,3 3,3
Rheinland-Pfalz 48,8 1,6
Hessen 48,0 0,0
Schleswig-Holstein 48,0 2,3
Sachsen-Anhalt 47,6 -2,8
Berlin 44,0 4,9
Brandenburg 43,7 -3,0
Nordrhein-Westfalen 43,5 0,4
Bremen 42,5 -0,5

Viele ausländische Schüler ohne Schulabschluss

Kritik an Thüringen gab es in der Altersstruktur der Lehrer, die sehr unausgewogen sei. Allein dieses Jahr gehen fast 770 Lehrer in den Ruhestand. Bis Ende Juli waren noch 70 Stellen nicht wiederbesetzt. Die Autoren bemängelten auch, dass viele ausländische Schüler ohne Abschluss die Schulen verlassen. 22,7 Prozent der ausländischen Schüler erreichten im Freistaat 2016 demnach keinen Schulabschluss - im Bundesdurchschnitt waren es nur 14,2 Prozent.

Digitalisierung lahmt

Erstmals wurde im Bildungsmonitor auf die Digitalisierung besonderes Augenmerk gelegt. Deutschland habe im internationalen Vergleich weiter Nachholbedarf. Thüringen schneidet unter den Bundesländern nur durchschnittlich ab. Vergleichsweise gut sei der Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Allerdings interessieren sich in Thüringen laut Studie vergleichsweise wenige Jugendliche für eine Ausbildung oder ein Studium im IT-Bereich.

Zum Bildungsmonitor

Der Bildungsmonitor wird seit 2004 im Auftrag der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" erhoben. Darin wird die Leistungsfähigkeit der Bildung in den Bundesländern aus einer wirtschaftlichen Perspektive untersucht. Zu den 93 Indikatoren für die Bewertung zählen beispielsweise die Verfügbarkeit von Ganztagsschulen, Schulabbrecherquoten oder die Betreuungssituation. Die aktuellen Daten wurden in den Jahren 2016 und 2017 erhoben. Zudem wurden auch die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2018 mit dem Jahr 2013 verglichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 15. August 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2018, 19:48 Uhr

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7 Kommentare

16.08.2018 16:34 Andre 7

Jetzt habe ich mir doch einmal die Mühe gemacht und mich auf diversen anderen Internetseiten zum Thema belesen. Dort ist die Rede von massiven Leistungseinbrüchen durch viel zu hohen Ausländeranteil, wegen nicht zu bewältigender Inklusion, Lehrermangel und dem zu hohen Altersdurchschnitt der Lehrer. Tendenz der Dummheit steigend, keine Besserung in Aussicht. Da liest sich der Artikel vom MDR wie eine Volkswacht von 1988.

MDR THÜRINGEN:
Hallo Andre, auf welche Internetseiten beziehen Sie sich denn? Der Fokus des Artikels liegt auf dem Abschneiden Thüringens im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Dementsprechend wird auf einzelne Ergebnisse nur übergreifend eingegangen. Das Problem eines hohen Altersdurchschnitts der Lehrerschaft wird allerdings im Artikel erwähnt. Ebenso wird das Thema, dass in Thüringen ausländische Schüler häufiger ohne Abschluss die Schule verlassen, angesprochen.

16.08.2018 12:07 Frank 6

Wow, nächstes Jahr sind wir bestimmt auf Platz 1, mein Sohn hat nämlich jetzt nicht mehr soviel Ausfall, da die Unterrichtsstunde von 45 auf 30 Minuten herabgesetzt wurde. Wenn wir die Unterrichtsstunde auf 15 Minuten setzen, könnten die Schüler noch mehr lernen, dann wären wir auf Platz 1+.

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