Düstere Prognose Borkenkäfer und Trockenheit bescheren Thüringenforst hohe Umsatzverluste

Nach der langanhaltenden Trockenheit im vorigen Jahr rechnet die Thüringer Landesforstanstalt mit einem massiven Umsatzeinbruch. Wie Thüringenforst-Sprecher Horst Sproßmann MDR THÜRINGEN sagte, wird für das Jahr 2018 ein Minus im mittleren zweistelligen Millionenbereich im Vergleich zu den Vorjahren erwartet. In den vergangenen Jahren lag der Umsatz laut Landesforstanstalt bei rund 100 Millionen Euro jährlich. 2018 dürfte er nur etwa halb so groß sein.

Mitarbeiter Thüringenforst inspizieren Baumrinde auf Borkenkäfer.
Mitarbeiter von Thüringenforst inspizieren eine Baumrinde auf Borkenkäfer. Bildrechte: MDR/Sebastian Jakob

Laut Sproßmann sind die Preise für Fichtenholz im Keller. Grund ist, dass viele Bäume dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Regional gebe es einen Preiseinbruch von bis zu 50 Prozent. Deshalb setze Thüringenforst zur Zeit mehr auf Buchen, die gefällt werden. Langfristig will die Forstanstalt, der 200.000 Hektar des Waldes in Thüringen gehören, mehr auf exotische Bäume setzen. So sollen unter anderem Bäume aus Asien gepflanzt werden, die sich dem Klimawandel bereits angepasst haben.

Dreiviertel Million für Schadensbeseitigung bereitgestellt

Mitarbeiter Thüringenforst inspizieren Baumrinde auf Borkenkäfer.
Seinetwegen werden auch im Kyffhäuserkreis Waldgebiete aufgegeben: Der bei Trockenheit äußerst fruchtbare Borkenkäfer. Bildrechte: MDR/Sebastian Jakob

Vor allem in Westthüringen seien Waldgebiete von Sturm- und Borkenkäferschäden gezeichnet, sagte Forstsprecher Horst Sproßmann. In den Forstämtern Bad Salzungen und Marksuhl im Wartburgkreis müssten in den kommenden Jahren auf insgesamt mehr als 220 Hektar Waldfläche neue Bäume gepflanzt werden - neben Weißtannen, Lärchen, Douglasien auch Buchen, Winterlinden und Wildkirschen. Thüringen ist eines der waldreichsten Bundesländer. Mit rund 550 000 Hektar ist ein Drittel der Landesfläche von Wäldern bedeckt.

Stürme und langanhaltende Trockenheit haben den Wäldern in Thüringen hohen Schaden zugefügt. Knapp zwei Millionen Festmeter, so rechnen Experten, sind 2018 durch Sturm und Borkenkäfer beschädigt worden. Die sturmgeschädigten Waldgebiete müssten ebenso wie weitere 500 Hektar durch die Trockenheit 2018 in Mitleidenschaft gezogene Waldböden neu aufgeforstet werden. Der Thüringenforst will damit im Frühjahr beginnen. 750.000 Euro hat das Land in diesem Jahr zur Beseitigung von Unwetter- und Ungezieferschäden im Wald bereitet gestellt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2019, 09:33 Uhr

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2 Kommentare

24.02.2019 12:40 MuellerF 2

@1: Damals wie heute werden diese Käferfallen hauptsächlich zu Zwecken der Zählung der Käferpopulation eingesetzt. Eindämmen kann man Vermehrung & Befall damit nicht, das kann nur ein intakter, naturgemäßer Mischwald - kein monokultureller Forst. Immerhin das hat man an verantwortlicher Stelle inzwischen begriffen.

23.02.2019 16:57 Herr Buschmann 1

Ich kann mich daran erinnern das man zu DDRzeiten Käferfallen aufgestellt hat um das vermehrte Auftreten vom Borkenkäfer etwas einzudämmen.

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