CDU-Politiker Städtebund-Chef Brychcy legt Mohring Rücktritt nahe

Der Präsident des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes Michael Brychcy (CDU) hat dem Landesvorsitzenden seiner Partei, Mike Mohring, den Rücktritt nahegelegt. Das sagte Brychcy MDR THÜRINGEN. Wenn man elf Prozent verliere, dann müsse jemand Verantwortung tragen und das sei nunmal Mike Mohring.

Der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes, Michael Brychcy.
Bürgermeister von Waltershausen und Präsident des Gemeinde- und Städtebundes, Michael Brychcy. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Brychcy machte klar, dass Mohring und die CDU die Wahl verloren haben. "Ich finde das Hickhack in den vergangenen zwei Wochen unterträglich", sagte Brychcy. Keiner in der Partei traue sich etwas zu sagen, aber viele Kommunalpolitiker würden so denken wie er. Brychcy will seine Worte nicht als konkrete Rücktrittsforderung für Mike Mohring verstanden wissen. Der CDU-Landeschef solle aber Verantwortung für das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Thüringer Landtagswahl übernehmen. Elf Prozent weniger sei ein deutliches Zeichen. "Ich hätte ihm geraten, in die zweite Reihe zurückzutreten und ihm gesagt: Du bist noch jung, deine Zeit kommt noch", sagte Brychcy.

Glaubwürdigkeit der CDU "hat extrem gelitten"

Thüringer CDU-Landtagsabgeordneter Raymond Walk.
Raymond Walk Bildrechte: Raymond Walk

Der CDU-Landesvorstand solle nun zusammenkommen und über die Zukunft entscheiden, riet Brychcy. Aufgrund der unterschiedlichen Vorstöße der CDU, ob Gespräche mit der Linken oder der AfD zu führen seien, habe die Glaubwürdigkeit der Partei "extrem gelitten." CDU-Generalsekretär Raymond Walk sagte, die Führungsfrage stelle sich nicht. Die CDU werde das Ergebnis der Landtagswahl in Ruhe und großer Gründlichkeit aufarbeiten, Mike Mohring besitze das Vertrauen des Präsidiums.

Brychcy hatte am Donnerstagmorgen dem Gothaer Lokalportal "Oscar am Freitag" ein Interview gegeben. Zuvor hatte bereits die Präsidentin des Thüringischen Landkreistages, Martina Schweinsburg (CDU), Mohring das Vertrauen entzogen und Konsequenzen nach der Wahlniederlage der Thüringer CDU gefordert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. November 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2019, 17:39 Uhr

50 Kommentare

Wolf vor 3 Wochen

Ich hoffe doch, dass das mir von Ihnen freundlicherweise zugedachte Milchmädchen nicht wirklich ihren Intellekt beleidigt hat. Stimmt, ich hätte die früheren LTW in S-A und MV mit einberechnen müssen, dann wäre das Stimmungsbild im Osten noch deutlicher hervorgetreten - und darum ging es. Zumal in der Summe sich der "MP Bonus" nivelliert Sie können gerne nachrechnen, Google hilft Ihnen dabei. Und Sie wissen ganz genau, dass in fast allen Medien fast täglich "Hass" Reden und - Kommentare in allen Abstufungen gegen die " so un- /abartigen Wähler im Osten" gefahren werden. Begriffe von Rechts - /Populisten, Rechtextrem, Antisemitismus, homophob, Nazi bis Unterstellungen als Antidemokraten werden täglich inflationär zum ANBRÄUNEN von Menschen benutzt. Sogar WIR SIND DAS VOLK wurde praktisch auf den INDEX gesetzt - 1989 war ES auch nur als Bruchteil auf der Straße. Schauen Sie in die Tagespresse und ARD / ZDF und WILL ILL PLAS bis Lanz, dann sind Sie immer auf dem laufenden ...

AnitaT vor 3 Wochen

Berliner Koalition hat sicherlich einen großen Anteil für die Verluste der CDU im Landtagswahl Thüringen gehabt, aber darüber hinaus muss man sehen, dass in Thüringen zumindest in der Momentaufnahme des Wahltermins über die Hälfte der Wähler extremistisch oder zumindest populistisch gewählt hat. Wenn der zentrale Diskurs in der Bevölkerung die wütige Ablehnung ist, haben Sachargumente keine Chance, egal von wem vorgetragen.

MDR-Team vor 3 Wochen

Lieber Schrumpel,
der Kommentar war grenzwertig. Deswegen haben wir ihn zwar freigegeben, jedoch gleichzeitig dazu aufgerufen, auf Unsachliches zu verzichten.

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