Trotz Corona-Krise Bundesgartenschau in Erfurt eröffnet planmäßig 2021

Trotz der Corona-Krise findet die Bundesgartenschau 2021 in Erfurt wie geplant statt. Zuletzt wurde diskutiert, die Buga einzuschränken oder sogar um ein Jahr zu verschieben.

Pflanzen im Egapark
Der Erfurter Egapark wird ein wichtiger Teil der Bundesgartenschau 2021. Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Die Corona-Pandemie führt aus Veranstaltersicht zu keinen Verzögerungen für den Start Bundesgartenschau (Buga). "Wir machen das nächstes Jahr, und zwar wie geplant", sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Freitag. Der Aufsichtsrat habe sich einstimmig zu diesem Schritt entschieden. Damit werde am 23. April 2021 als Beginn für die Blumenschau festgehalten.

Verschiebung wegen Corona-Krise stand im Raum

Andreas Bausewein, 2014
Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). (Archivbild) Bildrechte: dpa

Wochenlang sei geprüft und diskutiert worden, ob es den Start aufgrund der Pandemie wie geplant geben könnte. Kürzere Varianten oder auch eine Verschiebung um ein Jahr seien im Gespräch gewesen, sagte Bausewein. Vieles könne mit Blick auf die Corona-Krise zwar für das kommende Jahr noch nicht vorhergesagt werden. Etwa die Frage, wie und ob Großveranstaltungen durchgeführt werden können, gehörten noch zu den Planungsschwierigkeiten. Aber Bausewein erklärte:

Wir glauben, dass die Chancen die Risiken deutlich übersteigen.

Andreas Bausewein Oberbürgermeister von Erfurt (SPD)

Finanzielle Folgen von Terminänderung wären enorm

Die Geschäftsführerin der Buga GmbH, Kathrin Weiß, betonte allerdings, dass die Pläne zunächst damit verbunden seien, dass es etwa nicht zu einer weiteren größeren Pandemie-Welle komme. Eine Verschiebung hätte einen ganzen Rattenschwanz an finanziellen Konsequenzen nach sich gezogen. Allein, wenn die Schau auf 2022 verschoben worden wäre, hätte dies zu zusätzlichen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe geführt.

Vorarbeiten trotz Corona im Zeitplan

In vielen entscheidenden Bereichen liegen die Bauarbeiten den Angaben nach im Zeitplan, dazu gehörten etwa das Wüsten- und Urwaldhaus "Danakil" und die barrierefreie Erschließung des Petersberg. Auch bei der auf dem Petersberg gelegenen ehemaligen Peterskirche gebe es keine größeren Verzögerungen bei der Teilsanierung.

Baustelle des Klimazonen-Hauses Danakil mit Riesenkran
Die Baustelle des Klimazonen-Hauses Danakil. Bildrechte: MDR/Stadtwerke Erfurt/Steve Bauerschmidt

Sanierung der historischen Peterskirche schreitet voran

Nach Angaben der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ist die Teilsanierung der früheren Klosterkirche soweit fortgeschritten, dass nun der Einbau der Austellung "Paradiesgärten - Gartenparadiese" für die Buga beginnen kann. Die Arbeiten seien voll im Zeitplan, hieß es. An der Süd- und Ostseite der Peterskirche sind die Steinwände laut Stiftung weitgehend restauriert, an der Westfassade stehen noch Arbeiten an der Treppe an. Im Innenraum sei der ehemalige Kirchenraum inzwischen wieder erkennbar, so die Stiftung.

1,8 Millionen Besucher in Erfurt erwartet

Tourismusexperten, die zur Buga beraten, halten an Prognosen fest, dass etwa 1,8 Millionen Besucher zur Gartenschau kommen werden. Schwankungen könnten bei 100.000 mehr oder weniger liegen. Die Schätzungen setzen allerdings ebenfalls voraus, dass es nicht noch zu einer weiteren Infektionswelle kommt.

Dauerkarten für Buga erhältlich

Geplant ist, dass die Buga vom 23. April bis 10. Oktober 2021 Besucher empfangen kann. Rund 180 Millionen Euro werden dafür in Erfurt verbaut. Neben dem egapark und dem Petersberg in der Landeshauptstadt gehören noch 25 Außenstandorte in Thüringen dazu. Seit Freitag sind auch die Dauerkarten erhältlich.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen:

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 15. Mai 2020 | 13:30 Uhr

5 Kommentare

Grosser Klaus vor 23 Wochen

@Thorsten Pfeiffer
Was meinen sie mit diesem Satz: „Wenn das Gelände der ehemaligen IGA nicht geschliffen worden wäre, zugunsten des VEB Klüngel Reise KIKA's hätte man auch keine Standortdiskussion."
Offenbar konnten sie die IGA Erfurt nicht, dann der Bereich vom Wirtschaftseingang bis zum Haupteingang, war nicht sonderlich attraktiv. Und wo heute die Messe Erfurt steht, dieser Bereich war nie öffentlich.

Thorsten Pfeiffer vor 23 Wochen

Zuallererst, es ist eine ökonomische Chance und ein Touristenmagnet der die Tourismmusbranche ankurbeln wird. Das wird Erfurt dringend benötigte Einnahmen verschaffen. Und Thüringen, weil eine Kombination u. Ausstrahlung zu den historischen Stätten immer gegeben ist. Apropo Standorte; Wenn das Gelände der ehemailgen IGA nicht geschliffen worden wäre, zugunsten des VEB Klüngel Reise KIKA's hätte man auch keine Standortdiskussion.
Ein bißchen Stolz auf den Erhalt der EGA Anlage über die Jahre sollte vermerkt werden. So etwas hat Bonn oder Köln nicht in der Dimension und für die Kleinsten im Angebot, Zentrumsnah, in Reichweite der öffentlichen Verkehrsmittel und über P+R. Der Petersberg hätte schon lange die Chance gehabt seine Defensions-Kasernenanlage aufzupeppen. In Mainz (gleiche)würden Sie über solche Vorschläge um die Zitadelle einen Baumkronenpfad zu legen nur müde lächeln. Es ist immer wieder interessant wie der Denkmalschutz gegenüber dem Privatmann ausgehebelt werden kann.

Grosser Klaus vor 23 Wochen

Inhaltlich und konzeptionell ist die BUGA Erfurt 2021 ein Desaster. Es wird auch ein finanzielles Desaster werden, wenn es nicht endlich eine erkennbare Konzeption gibt. Dazu ist unabdingbar das die bisherige Geschäftsführerin der BUGA Erfurt 2021 sofort ihren Posten räumen muss.

Mehr aus Thüringen

Pakete liegen gestapelt in einem Lager. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK