Auszählung von Briefwahlstimmen bei der Bundestagswahl in der Gropiusschule Erfurt.
Bildrechte: MDR/Florian Engelmann

Bundestagswahl in Thüringen CDU und AfD vorn, Rot-Rot-Grün abgeschlagen

Vorläufiges amtliches Endergebnis in Thüringen:
CDU: 28,8%
AfD: 22,7%
Linke: 16,9%
SPD: 13,2%
FDP: 7,8%
Grüne: 4,1%

Auszählung von Briefwahlstimmen bei der Bundestagswahl in der Gropiusschule Erfurt.
Bildrechte: MDR/Florian Engelmann

CDU und AfD sind in Thüringen die stärksten Parteien bei der Bundestagswahl. Nach Auszählung der 2.990 Thüringer Wahlbezirke lag die Union bei rund 29 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit knapp 23 Prozent. Damit hätte die Partei ihr Ergebnis der Landtagswahl 2014 nahezu verdoppelt. Deutlich dahinter lagen die Parteien der rot-rot-grünen Regierungskoalition in Thüringen: Die Linke kam auf etwa 17 Prozent der Zweitstimmen, die SPD auf rund 13 und die Grünen auf rund vier Prozent. Die FDP lag bei knapp acht Prozent der Stimmen.

Bei den Direktmandaten in den acht Thüringer Bundestagswahlkreisen gab es das gleiche Ergebnis wie vor vier Jahren: In allen Thüringer Wahlkreisen konnte die CDU die Direktmandate gewinnen. Damit schickt die Thüringer Union mindestens acht Abgeordnete nach Berlin.

Schnellste Auszählungen in Tottleben und Etzelsrode

Das vorläufige amtliche Endergebnis für Thüringen lag am Sonntag gegen 23:30 Uhr. Schnellste Gemeinde bei der Auszählung war am Sonntag Tottleben im Unstrut-Hainich-Kreis, wo das Ergebnis bereits um 18:14 Uhr vorlag. Dort wählten nach Angaben des Landeswahlleiters 33,3 Prozent die AfD, 32,3 die CDU. Auf Platz drei kam die Linke mit 12,9 Prozent. Die FDP erreichte 10,8 und die SPD 7,5. Alle anderen Parteien blieben unter fünf Prozent.

Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde lag bei 79,5 Prozent. 93 der 117 Wahlberechtigten hatten ihre Stimmen abgegeben. Tottleben gehört zum Wahlkreis 190 Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis. Zweitschnellste Gemeinde war Etzelsrode im Kreis Nordhausen. Hier lag die Wahlbeteiligung bei 76 Prozent. Die CDU bekam in dem Ort 29,8 Prozent der Zweitstimmen, die Linke 14, die SPD 17,5, die AfD 22,8, die Grünen 1,8 Prozent und die FDP 3,5 Prozent. 57 von 75 Wahlberechtigten gaben hier ihre Stimmen ab.

In Thüringen waren am Sonntag rund 1,8 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. In den acht Bundestagswahlkreisen im Freistaat traten insgesamt 15 Parteien und 172 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an. Wie viele Abgeordnete Thüringen in den nächsten Bundestag entsenden wird, ist noch unklar. In der letzten Legislaturperiode saßen 18 Politikerinnen und Politiker im Parlament - neun für die CDU, fünf für die Linke, drei für die SPD und eine für die Bündnisgrünen.

Höchste Wahlbeteiligung lag in Ostthüringen

Die Thüringer Gemeinden mit der höchsten Beteiligung an dieser Bundestagswahl liegen alle im Osten des Freistaats. Wie der Landeswahlleiter am Montag mitteilte, war die 3.000-Einwohner-Gemeinde Harth-Pöllnitz Spitzenreiter. Hier hätten 97,8 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Weitere Gemeinden mit einer Wahlbeteiligung über 90 Prozent seien Meusebach im Saale-Holzland-Kreis, Langenwetzendorf im Kreis Greiz sowie die kleinste Thüringer Gemeinde Kleinbockedra nahe Jena.

Thüringenweit waren diesmal 74,3 Prozent der Berechtigten zur Wahl gegangen. Das sind 6,1 Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Bundesweit betrug die Wahlbeteiligung 76,2 Prozent. Hier gibt es eine Übersicht über die Wahlbeteiligung in den einzelnen Landkreisen:

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 16:30 Uhr

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60 Kommentare

26.09.2017 13:39 Pfingstrose 60

Wer von Blindheit geschlagen ist wählte AFD. Eine rechtpopulistische Partei und erhofft sich nebenbei eine Änderung dass es noch besser wird als bisher was ein glatter Irrtum ist. Es tritt eine Änderung ein aber ins Negative, dann kommt die Erleuchtung bei den meisten geblendeten Mitstreitern und Protestwählern, die nächste Wahl ist erst in 4 Jahren. Bis dahin viel Vergnügen.

26.09.2017 12:26 Friedrich 59

Liebe AFD-Wähler! Nein, Ihr seid nicht alle Nazis, aber in der Partei, die Ihr gewählt habt, sitzen Rechtsradikale, die sich einen Dreck um Eure Anliegen kümmern werden. Jetzt habt Ihr sie in den Bundestag gewählt, und jetzt bekommen sie richtig viel Geld auf Kosten der Steuerzahler - wie die sogenannten "Altparteien". Die neue Fraktion zerlegt sich gerade selbst, übrig bleiben die Hardliner, die nur die Demokratie vorführen und zerstören wollen! Siehe Herr Brandner, der im Thüringer Landtag mit sinnlosen Geschäftsordnungsanträgen ("namentliche Abstimmung") zu völlig unsinnigen Zeitverzögerungen beiträgt. Das sind keine Leute, die Ihr Land lieben!