Sturmgewehr der Bundeswehr Verteidigungsministerium zieht Auftrag für Thüringer Firma Haenel zurück

Das Bundesverteidigungsministerium hat die Auftragsvergabe für das neue Sturmgewehr der Bundeswehr zurückgezogen. Den Zuschlag sollte der Suhler Waffenhersteller Haenel bekommen.

Sitz des Waffenherstellers Merkel und C.G. Haenel in Suhl
Sitz des Waffenherstellers C.G. Haenel in Suhl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Bundesverteidigungsministerium hat die Vergabe für das neue Sturmgewehr der Bundeswehr vorerst gestoppt. Das Ministerium begründete den Schritt am Freitag mit möglichen Patentrechtsverletzungen durch das Unternehmen zulasten des Mitbewerbers Heckler und Koch. Dieser hatte Beschwerde gegen den Zuschlag für den Suhler Waffenhersteller C.G Haenel eingereicht.

Details sind nicht bekannt

Das Model «MK 556» vom Thüringer Waffenhersteller C.G. Haenel ist das künftige Sturmgewehr der deutschen Streitkräfte.
Das Model "MK 556" vom Thüringer Waffenhersteller C.G. Haenel sollte bislang das künftige Sturmgewehr der deutschen Streitkräfte werden. Bildrechte: dpa

Auf Grundlage dieser Beschwerde habe die Vergabestelle des Bundes "erstmalig nachprüfbar von einer möglichen Patentrechtsverletzung durch die Firma C.G. Haenel GmbH Kenntnis erlangt", teilte das Ministerium mit. Interne Prüfungen hätten ergeben, dass eine derartige Verletzung nicht auszuschließen" sei.

Deswegen werde die "Zuschlagserteilung an die Firma C.G. Haenel" aufgehoben. Die Vergabestelle des Bundes werde nun "in eine Neubewertung der Angebote unter Berücksichtigung aller Aspekte eintreten", teilte das Ministerium mit. Unklar ist bislang, um welches Patent es sich dabei handelt.

Thüringer Wirtschaftsministerium überrascht

Das Thüringer Wirtschaftsministerium zeigte sich überrascht von der Entscheidung, wollte diese aber nicht weiter kommentieren. Nähere Informationen lägen dem Ministerium dazu nicht vor. Ein Sprecher sagte, wenn es in einem Punkt Unklarheiten gebe, dann müssten diese selbstverständlich ausgeräumt werden. Wenn dies gelinge, gebe es allerdings keinen Grund anzunehmen, dass Haenel nicht erneut den Zuschlag für den Auftrag erhalten werde.

Das Verteidigungsministerium hatte Mitte September angekündigt, den Auftrag für 120.000 neue Gewehre an Haenel zu vergeben. Die Vergabe an die Waffenschmiede aus Suhl hatte zu Diskussionen geführt. Dabei ging es unter anderem auch um den Hintergrund des Mutterkonzerns, der seinen Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Oktober 2020 | 17:00 Uhr

94 Kommentare

Mediator vor 7 Wochen

Lieber Wachtmeister, sie können sich gerne einmal die Gesundheitskriterien und Fehlziffern anschauen, die notwednig sind um als Soldat mit Schießgewehr, aka Infanterist, bei der Bundeswehr Dienst zu tun. Sie mögen sich noch für fit halten, das Karrierecenter wird sich darüber aber ein eigenes Urteil bilden. Von daher ist ihr Argument völlig sinnlos, dass irgendwelchen alten Männer die mal in der NVA gedient haben, irgendwie wichtig für eine Beschaffungsentscheidung der Bw sein sollten. Wer nicht in der Lage ist sich auf eine neues Gewehr einzustellen, der findet sich gewiss nicht mit neuen Fahrzeugen, Funktechnik und vor allem neuen Einsatzvorschriften zurecht.

Sorry, aber 50-60 jährige mit Schießgewehr sind allenfalls als "Volkssturm" einzusetzen, aber im Gegensatz zur Wehrmacht werden bei der Bw keine Soldaten mehr verheizt. Von daher sind wir alle gespannt, was bei dieser Patentstreitigkeit heraus kommt. Das war das eigentliche Thema dieses Artikels und nicht die olle Kalaschnikow

martin vor 7 Wochen

@mediator: Auch in der hier vorgegeben Länge bekommt man durchaus differenzierte(re) Betrachtungsweisen formuliert. Dafür bedarf es keiner Diplomarbeit. Und da Sie auf dem 'Kern' Ihrer Aussage zu beharren scheinen und Sie bei der Formulierung 'die' bleiben, erlaube ich mir dieser Pauschalierung klar zu widersprechen. Meines Erachtens zutreffend wäre 'die meisten' und das ist in 1000 Zeichen schreibbar.

Ich für meinen Teil beende auch diesen Diskussionszweig. Unterschiedliche Meinungen dürfen gern nebeneinander stehen bleiben.

martin vor 7 Wochen

@mediator: Meine Anmerkungen beziehen sich erkennbar auf den letzten Absatz des Beitrags von Simone in diesem Teil der Diskussion. Und dieser - in meinen Augen - Lobhudelei widerspreche ich. Es ehrt Sie, dass Sie sich für die (Ex-) Kameraden einsetzen. Allerdings sind unsere Allierten (freundlich formuliert) nicht immer glücklich darüber, wenn der Bw mal wieder Einsatzmittel nicht zur Verfügung stehen und sie aushelfen 'dürfen'. Das geht nicht gegen die (unterschiedlichen) Fähigkeiten der einzelnen Soldaten- sehr wohl aber gegen die Bw als Ganzes. Die Bordhubschrauber sind ja leider nur ein Beispiel. Ich schlage vor, dass wir diesen Diskussionszweig beenden, bevor wir die Geduld der Moderation überstrapazieren.

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