Mike Mohring steht mit ausgebreiteten Armen auf einem Podest
Mike Mohring auf dem CDU-Parteitag in Geisa Bildrechte: MDR/Uli Sondermann-Becker

Landesparteitag in Geisa Mohring ruft CDU zum Kampf um jede Wählerstimme auf

Die CDU wolle bei der Landtagswahl am 27. Oktober stärkste Partei werden, sagte Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring am Samstag auf einem Landesparteitag in Geisa. Im Wahlkampf wollen die Christdemokraten vor allem auf die Themen Innere Sicherheit, Bildung sowie Stärkung des ländlichen Raumes setzen.

 Mike Mohring steht mit ausgebreiteten Armen auf einem Podest
Mike Mohring auf dem CDU-Parteitag in Geisa Bildrechte: MDR/Uli Sondermann-Becker

Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring hat seine Parteimitglieder zum Kampf um jede Wählerstimme aufgerufen. Die CDU wolle bei der Landtagswahl am 27. Oktober stärkste Partei werden, sagte Mohring am Samstag auf einem Landesparteitag in Geisa. Deshalb müssten die 44 Direktkandidaten in den Wahlkreisen um jede Stimme kämpfen. Laut einer aktuellen Umfrage von infratest-dimap im Auftrag von MDR THÜRINGEN lag die CDU im Juli auf Platz 3 hinter Linken und AfD.

Wahlkampf-Themen definiert

Mohring sagte weiter, die Frage sei, ob Thüringen künftig von den Rändern regiert werde oder von der Mitte. Die Linke habe ihre Chance vertan, Thüringens Zukunft zu gestalten.

Mehrere Menschen stehen in einer Gruppe vor einem CDU-Schriftzug.
Mike Mohring, Bernhard Vogel, Volker Bouffier, Christine Lieberknecht, Dieter Althaus (v.l.n.r.) Bildrechte: MDR/Ulli Sondermann-Becker

Mohrings hessischer Amtskollege Volker Bouffier ergänzte, die AfD stehe für Hass und Ausgrenzung. Alt-Ministerpräsident Bernhard Vogel hatte die Christdemokraten zuvor davor gewarnt, sich von den Rechtspopulisten die Themen diktieren zu lassen. Im Wahlkampf wollen die Christdemokraten vor allem auf die Themen Innere Sicherheit, Bildung sowie Stärkung des ländlichen Raumes setzen. Mohring sprach von "der Versöhnung von Stadt und Land" - seine CDU werde nicht dabei zusehen, wie der ländliche Raum ausblute und zum Schluss der Letzte das Licht ausmache, sondern aktiv dagegen vorgehen, auch mit Geld.

Schnelles Internet und Mobilität

So müsse der öffentliche Personen-Nahverkehr wieder stärker ausgebaut werden. "Was nutzt dem Lehrling das kostenlose Azubi-Ticket, wenn kein Bus fährt", fragte Mohring rhetorisch. Oder: Ohne schnelles Internet überall in Thüringen werde sich die Kluft zwischen Land und Stadt weiter vertiefen. Und: Wer eine Familie gründen und bauen möchte, der sei auf günstige Immobilienpreise angewiesen, wie sie auf dem Land noch zu finden seien.

Rückkehr-Prämie versprochen

In ihrem Wahlprogramm verspricht die CDU außerdem eine Rückkehr-Prämie an ehemalige Thüringer für die, die ihren Wohnsitz zurück in den Freistaat verlegen. Die Prämie soll 5.000 Euro betragen und gezahlt werden, wenn ein Hauptwohnsitz und eine Arbeitsstelle in Thüringen nachgewiesen wird.

Das ist eine Einladung, wieder nach Hause zu kommen und hier die Zukunft zu gestalten

Mike Mohring

Außerdem setzen sich die Christdemokraten für mehr Lehrer und Polizisten ein sowie für die Abschaffung des Bildungsurlaubs.

Straßenausbaubeiträge zurückzahlen

Mohring bekräftigte auf dem Parteitag auch die Forderung, die seit 1990 von Grundstückseigentümern erhobenen Straßenausbaubeiträge an diese zurückzuzahlen. Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Die Linke) hatte diese Forderung am Freitag im Landtag scharf kritisiert. Die CDU wolle 500 Millionen Euro an Menschen zurückzahlen, die sie ihnen zuvor weggenommen habe, so Ramelow.

Klimaschutzantrag beschlossen

Beim Thema Klimaschutz warnten Mohring und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor einer einseitigen finanziellen Belastung der Bürger. Klimaschutz und Wohlstand müssten zusammengebracht werden, sagte Bouffier. Der Landesparteitag beschloss einen Antrag von 29 Delegierten, in dem vor allem Anreize für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes gefordert werden und keine Verbote. Eine Möglichkeit wäre laut Antrag eine Abwrackprämie für alte Heizungen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr/usb

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2019, 19:54 Uhr

25 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 4 Wochen

Liebe Thüringerin, lieber Thüringer,

egal, ob Sie hier geboren sind oder aus Nord, Süd, West oder Ost zu uns gewandert sind: WiR ALLE SiND THÜRiNGEN - ob das nun dem Einzelnen
/ der Einzelnen / in den Kram passt oder eben auch nicht...!

Worum geht’s in dem oben stehenden MDR-Nachrichtenbeitrag ? Was macht das mit mir ? Wie wirkt sich dieser öffentliche Aufruf des CDU-Spitzenkandidaten an seine Christdemokraten auf mein persönliches Wählerverhalten am 27.10.2019 aus ? Welche konkreten Aufgaben haben wir in den nächsten Jahren hier
- politisch - zu lösen ? Was kann dabei mein konkreter Auftrag als Bürger sein ?

Da hilft es nicht, alles niederzumachen was vom politischen Gegner kommt !
Da hilft es nicht, alle Erfolge der letzten 30 Jahre kleinzureden !
Da hilft es nicht, die Meinung zu vertreten: „Diese doofen Wessis“
hätten unseren - perfekten - Osten zerstört !

Also, liebe Menschen im Land: Ruhe ! Ordnung ! Arbeiten !

Vorwärts? Immer! - Rückwärts? Wenn‘s hilfreich ist...

Nawienn vor 4 Wochen

Sehr zufrieden mit Ihrer Entwicklung und Lebenslauf
Sie können stolz darauf sein.
Nur leider passt Ihre Meinung nicht zu meiner,ist ja auch egal
denn bei der vielzahl der Kommentatoren hier, muß es ja unterschidliche
Ansichten geben.
Und nun noch mein kleiner Zweizeiler:
"Lieber einen schwarzen Floh
als den Bodo Ramelow"
Schönen Sonntag noch..

martin vor 4 Wochen

@Atheist: Genaues Lesen scheint nicht Ihre Stärke zu sein - oder haben Sie bewusst falsch zitiert? Es geht nicht um 25 % aller Flüchtlinge die in Italien ankommen, sondern um 25 % der aus Seenot geretteten Menschen. Das sind ein paar hundert Menschen im Jahr .... Absaufen lassen ist für mich keine Alternative.

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