Nachfolger für Christian Carius gefunden CDU schlägt Michael Heym als Thüringer Landtagspräsidenten vor

Nach dem Willen der CDU soll ihr Abgeordneter Michael Heym neuer Präsident des Thüringer Landtags werden. Auf einer Fraktionssitzung am Donnerstagmittag wurde Heym auf Vorschlag von Fraktionschef Mike Mohring als Kandidat aufgestellt. Im Falle der Wahl durch den Landtag würde Heym die Nachfolge von Christian Carius antreten, der überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte.

Mohring hob lobend hervor, dass Heym ein Brückenbauer sei. Außerdem habe er noch unter keiner der bisherigen CDU-Regierungen ein Amt inne gehabt. Das seien die Vorzüge von Michael Heym, sagte Mohring.

Michael Heym CDU
Der gebürtige Suhler Michael Heym, seit 1999 Mitglied der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, soll nach dem Wunsch seiner Partei Landtagspräsident werden. Bildrechte: CDU

Linke sieht Vorschlag kritisch, Grüne will Heym nicht mitwählen, SPD hält sich zurück

Die Thüringer Regierungsfraktionen haben unterschiedlich auf den CDU-Vorschlag reagiert. Die Linke und die Grünen äußerten sich kritisch. Er habe sich immer wieder mit spitzen Bemerkungen und Verbalattacken gegen den politischen Gegner hervorgetan. Nach einer Fraktionssitzung erklärte Grünen-Fraktionschef Dirk Adams, dass seine Partei in der Nominierung eine Provokation sehe und Heym nicht mitwählen werde.

Die SPD äußerte sich vorsichtiger, so dass in der kommenden Woche ein unterschiedliches Abstimmungsverhalten der Regierungsfraktionen möglich ist. Eine Mehrheit für den umstrittenen CDU-Kandidaten kommt zustande, wenn zwölf Abgeordnete aus anderen Fraktionen für ihn stimmen - exakt soviele Mandate hat die SPD im Landtag. Die oppositionelle CDU hat als größte Fraktion im Landtag zwar das Vorschlagsrecht, ist bei der Wahl ihres Kandidaten jedoch auf die Unterstützung der rot-rot-grünen Regierungskoalition angewiesen.

Zwischenzeitlich waren Diezel und Lieberknecht im Gespräch

Vor der Nominierung Heyms hatte sich das Kandidatenkarussell der CDU wochenlang gedreht. Mehrere Namen machten die Runde, darunter die ehemaligen Landtagspräsidentinnen Birgit Diezel und Christine Lieberknecht. Am Ende fiel die Wahl auf den Suhler Michael Heym. Er sitzt seit 1999 im Landtag, errang in seinem Südthüringer Wahlkreis jeweils das Direktmandat. Im Landtag kümmert sich Heym um die Belange der Tourismuspolitik.

Ob der CDU-Vorschlag allerdings bei den Regierungsfraktionen und der AfD auf Gegenliebe stößt, ist fraglich. Besonders aus den Reihen von Rot-Rot-Grün sind starke Vorbehalte gegen den Kandidaten zu hören. Stimmen von Linke, SPD und Grünen sind allerdings nötig, damit Heym am 9. November gewählt werden kann.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 01. November 2018 | 12:00 Uhr

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26 Kommentare

04.11.2018 08:29 Ekkehard Kohfeld 26

@ martin 24 @rext & ekkehard: Wenn die ganzen guten Brückenbauer plötzlich in die Politik wechseln, bleibt für den Bau halt nur noch die zweite Wahl übrig ....##Deshalb sind sie wohl auch übrig geblieben.

03.11.2018 19:49 Atzenjammer 25

Am 1.10. berichtete MDR THÜRINGEN , dass Mohring einen CDU-Kandidaten vorschlagen will, der 2019 nicht mehr antritt, also entweder Elke Holzapfel, Manfred Scherer, Manfred Grob, Egon Primas, Gerold Wucherpfennig oder Wolfgang Fiedler.
Mike Mohring wusste, dass von diesen Personen die Abgeordneten Scherer, Grob und Fielder wegen ihres Verhaltens in der Vergangenheit keine Mehrheit in der Koalition finden, die Abgeordneten Holzapfel, Primas und Wucherpfenning hingegen für Rot-Rot-Grün auch akzetabel wären. Außerdem die CDU-Abgeordnete Lieberknecht, die von Rot-Rot-Grün im Vorfeld sogar öffentlich als Wunschkandidatin hervorgehoben wurde, weil sie bereits staatstragende Verantwortung für Thüringen inne hatte und als besonnen gilt. Mohring entschied sich jedoch gegen diese 4 CDU-Abgeordneten und für den lautstärksten und oft unflätigen Pöbler der Union: Michael Heym. Eine kalkulierte Provokation. Mohring kann keinen Staat und keine Verantwortung. Er hat sich damit als MP disqualifiziert.

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