Millionen-Investition Chinesisches Batteriewerk bringt 1.000 Arbeitsplätze

Ein Werk zur Produktion von Batterien für Elektroautos soll jetzt in Thüringen gebaut werden. Als Standort hat sich das chinesische Unternehmen CATL (Contemporary Amperex Technology) offenbar das Industriegebiet Erfurter Kreuz ausgesucht. Nach Angaben des Thüringer Wirtschaftsministeriums werden mehrere hundert Millionen Euro investiert. Im Lauf der nächsten Jahre sollen bis zu 1.000 Arbeitsplätze entstehen.

von Wolfgang Hentschel

Auch wenn zurzeit noch Autos mit Benzin- und Dieselmotoren zu Millionen auf unseren Straßen unterwegs sind: auf längere Sicht werden Elektroautos immer mehr Marktanteile gewinnen. Damit diese Autos fahren können, brauchen sie leistungsfähige Batterien. Ein Werk für die Produktion solcher Batterien soll jetzt in Thüringen gebaut werden. Als Standort für das neue Batteriewerk hat sich das chinesische Unternehmen CATL (Contemporary Amperex Technology) offenbar das Industriegebiet Erfurter Kreuz ausgesucht.

Nach Angaben des Thüringer Wirtschaftsministeriums werden mehrere hundert Millionen Euro investiert. Im Lauf der nächsten Jahre sollen bis zu 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Die Batterien sollen an deutsche Autohersteller geliefert werden. Erstkunde ist nach eigenen Angaben BMW. Einkaufsvorstand Markus Duesmann sagte am Montag in München, der Konzern habe bei CATL für vier Milliarden Euro Batteriezellen bestellt. Davon sollten Batteriezellen im Wert von 1,5 Milliarden Euro aus Batteriezellenfabrik in Thüringen kommen. Auch Daimler soll interessiert sein, Batterien von CATL zu beziehen. Die Stuttgarter wollen bis 2022 mehrere neue Elektroautos auf den Markt bringen.

Thüringen und die Unternehmensführung von CATL werden am Montagnachmittag in Berlin eine so genannte Projektvereinbarung unterschreiben - im Rahmen eines deutsch-chinesischen Regierungstreffens. Bei dem Treffen empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang, der zusammen mit mehreren Ministern anreist.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee zeigte sich erfreut über die Entscheidung von CATL, nach Thüringen zu gehen. Die Ansiedlung sei eine der wichtigsten Investitionen im Freistaat seit zehn Jahren. Thüringen bekomme dadurch die Chance, zu einem der führenden europäischen Standorte für Batterietechnologien aufzusteigen.

Der Verband der Wirtschaft Thüringen geht davon aus, dass das ein sehr gutes Signal für den Freistaat ist. Michael Militzer vom Zulieferer-Verband Automotive Thüringen sprach - so wörtlich - von einem Hammer. Thüringen habe sich bei der Standortauswahl durchgesetzt. "Der Freistaat hat gewonnen", sagt Militzer zufrieden. Seiner Ansicht nach haben die Chinesen mit ihrer Standortentscheidung eine gute Wahl getroffen. Alle wichtigen deutschen Automobilwerke seien in der Nähe und gut mit den Batterien zu beliefern. Ein Produktion der Batterien in China und der sich anschließende Transport nach Deutschland wären nach Einschätzung Militzers dagegen für CATL unrentabel.

Der Verbandsvorsitzende hofft, dass die Thüringer Industrie von dem neuen Werk profitieren kann. Die Autozulieferer des Freistaats könnten das Werk etwa mit Aluminiumrahmen oder Kunststoffteilen versorgen. Enttäuscht zeigt sich Militzer darüber, dass die großen deutschen Autohersteller nicht selbst eine Batteriefabrik bauen. Jetzt würden sie sich abhängig machen von einem chinesischen Hersteller.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Thüringen

Nachdem in einer Werkhalle in Sömmerda etwa 500 Kilogramm flüssiges Aluminium ausgetreten sind, kamen mehrere Feuerwehren zum Einsatz 1 min
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Juli 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2018, 12:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

23 Kommentare

11.07.2018 09:21 Jewsharpe 23

@ Jürgen Kolmus

Dieses CO2 wird in den Köpfen der Genehmigungs-Politiker gespeichert.
Haben Sie noch nie was von der CO2 Verpressung gehört?
Das ist doch die bessere Lösung, als es unter Tage zu speichern :-DDD

09.07.2018 23:30 part 22

Ein wirtschaftliches Experiment oder Kalkül, sich für Thüringen zu entscheiden, wo gerade die Solarzellenproduktion den Bach runter geht? Dagegen, die deutsche Autoindustrie überlässt es gern ihren Zulieferen Investitionen zu tätigen um im Nachhinein die Preise drücken zu können. Als Gegner von E- Mobilen wünschte ich mir andere Innovationen als die Umsetzung zur Abhängigkeit von Stromkonzernen in der Mobilität, mehr Hybridlösungen wären möglich, die sind wohl aber nicht im Interesse der Auto- Konzerne?

Mehr aus Thüringen

Thüringen

Nachdem in einer Werkhalle in Sömmerda etwa 500 Kilogramm flüssiges Aluminium ausgetreten sind, kamen mehrere Feuerwehren zum Einsatz 1 min
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel