Berlin/Eisenach Hirte wird neuer Ostbeauftragter

Der Westthüringer Christian Hirte wird Parlamentarischer Staatssekretär und neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung. Damit löst der CDU-Bundestagsabgeordnete die Thüringer SPD-Politikerin Iris Gleicke ab.

Der Westthüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte wird Parlamentarischer Staatssekretär und neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung. Hirte sagte MDR THÜRINGEN, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihn angerufen und er habe zugesagt. Mit dem Amt wird der 41jährige auch Parlamentarischer Staatssekretär Bundeswirtschaftsministerium. Seine neue Tätigkeit wird er mit der Bildung der Bundesregierung am Mittwoch aufnehmen.

Lobbyist für 16 Millionen

Hirte sieht seine Aufgabe darin, "der Lobbyist für die 16 Millionen Bürger in den neuen Bundesländern" zu sein. "Denn ich glaube, wenn wir die Themen lösen, die im Osten heute stärker bewegen, hilft das nicht allein dem Osten, sondern dem ganzen Land." Als einen Unterschied zwischen Ost und West benennt Hirte eine "viel kleinteiligere" Wirtschaft - ohne große internationale Konzerne mit hochqualifizierten und sehr gut bezahlten Jobs. Es sei Aufgabe des Wirtschaftsministeriums, diese andere Situation "mit gezielten Förderungen" zu berücksichtigen, teilte Hirte in einer Erklärung mit.

Iris Gleicke
Iris Gleicke Bildrechte: dpa

Der Thüringer Hirte löst Iris Gleicke ab. Die Südthüringerin war seit 2014 Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer sowie Beauftragte für Mittelstand und Tourismus. Die SPD-Politikerin hatte nach 27 Jahren 2017 nicht mehr für den Bundestag kandidiert.

Wer ist Christian Hirte?

Hirte ist Rechtsanwalt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine politische Laufbahn begann er in Thüringen 1993 in der Jungen Union. Nach dem Kreisvorsitz von 1999 bis 2005 wurde er stellvertretender Landeschef und schließlich Schatzmeister der JU in Thüringen. "Von der Pike auf gelernt" wirkt auch sein Weg in der CD:. Nach dem Eintritt 1995 und Vorstandsarbeit im Ortsverein Bad Salzungen folgten Stadtrat, Gemeinderat und Fachausschussvorsitzender in der CDU Thüringen. Außerdem war er Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MIT im Wartburgkreis. Stellvertretender Landesvorsitzender der CDU ist Hirte seit 2014.

Der 41-Jährige gilt in Thüringen als bestens vernetzt und als akribischer Arbeiter. Auch politische Kontrahenten erkennen an, dass Hirte sich für die Interessen seiner Wähler in der Region erfolgreich einsetzt. So wird ihm beispielsweise zugute gehalten, dass zum Reformationsjahr 2017 großzügige Bundesmittel in die Wartburgregion flossen. Hirte kam 2008 als Nachrücker in den Bundestag und gewann bei den Wahlen 2009, 2013 und 2017 das CDU-Direktmandat.

Reaktion aus dem Netz

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, LINKE, reagierte per Tweet auf die Meldung von Hirtes Ernennung, wünschte gute Zusammenarbeit und dem 41-jährigen "viel Kraft für die neue Aufgabe". CDU-Landeschef Mike Mohring sagte, die neuen Länder erhielten mit Hirte eine starke Stimme. Für die CDU Thüringen bedeute seine Berufung auch Rückenwind für die Landtagswahlen im nächsten Jahr.

Thüringens SPD-Landeschef Tiefensee hat Hirte aufgefordert, sich für eine spezifische Förderung für den Osten einzusetzen. Tiefensee sagte MDR AKTUELL, es gebe im Osten Probleme, die besonders scharf stünden. Das betreffe etwa Löhne, Rente und Bevölkerungsentwicklung. Tiefensee war von 2005 bis 2009 als Bundesverkehrsminister zugleich Ost-Beauftragter.

Quelle: MDR THÜRINGEN/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. März 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 07:08 Uhr

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33 Kommentare

13.03.2018 11:53 Georg89 33

Die CDU Thüringen steht unter der Führung von Mike Mohring auf Bundesebene so gut da wie schon lange nicht mehr. Gutes Zeichen für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Es hat sich gelohnt, dass Mohring für Thüringen und die Interessen der neuen Länder in Berlin gekämpft hat. Mohring bewegt wirklich was für seine Heimat im Gegensatz zu Ramelow.

13.03.2018 08:11 Realist2014 32

Ich freue mich, dass ein wertkonservativer Thüringer diese Aufgabe übernimmt. Vielleicht wird er es besser machen als seine farblose Vorgängerin. Allerdings sollte bald 30 Jahre nach der Einheit irgendwann dann auch mal Schluss sein mit dem ewigen Ost-West-Gedöns.

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